I ken mi ned ...

Dialektgedichte: Nöstlingers andere Seite

Christine Nöstlinger hält einen Blumenstrauß und eine Figur bei einer Preisverleihung in München.
© Getty Images
Alle Dialektgedichte sind jetzt erschienen.
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Erst kürzlich ist ein neues Buch von der 2018 verstorbenen Wiener Autorin Christine Nöstlinger erschienen und es findet sich bereits in den Buchcharts, auf Platz acht.

Buchcover „I ken mi ned wiaglich aus auf da Wöd“ mit gezeichneter Frau in bunt gemustertem Kleid.
Nöstlinger © Residenz

Dialekt

In I ken mi ned wiaglich aus auf da Wöd sind alle Dialektgedichte der legendären und vielfach ausgezeichneten Autorin enthalten. Nöstlinger ist den meisten Lesenden bis heute geläufig als Verfasserin von Kinder– und Jugendbüchern. Doch sie hatte auch eine andere Seite, wollte im Dialekt schreiben und tat das ab den 1970er Jahren. Wie wir im Vorwort, das von Nöstlingers Töchtern Christiana und Barbara verfasst wurde, erfahren, hat ihre Mutter noch kurz vor ihrem Tod 22 neue Gedichte verfasst, in denen Alter und Tod eine Rolle spielen. Die Illustrationen stammen auch von Christine Nöstlinger.

Besonderes Vergnügen

Dialekt und Lyrik ist eine abgefahrene Kombi, die vielleicht nicht alle LeserInnen umgehend in Freudentaumel versetzt. Aber, was Nöstlinger hier schafft, in dieser knappen Form, sind derartig anrührend-melancholisch-humorvolle Preziosen, dass es kaum möglich ist, das Buch wegzulegen.

Ihr Blick auf die Welt ist genau und sie schafft es, ihn in lyrische Form zu gießen. Ob Liebe, Leid, Tod oder was auch immer: Nöstlinger hat genau hingesehen, für ihre Leserschaft.

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