Heftige Drohungen

Wegen Dönerpreis: Gastro-Influencer mit Mord bedroht!

Er testet Restaurants, unterstützt Gastronomen und kämpft für bessere Bedingungen in der Branche. Doch seine Arbeit bringt Kemal Üres nicht nur Lob ein: Der "Gastroflüsterer" wird immer wieder mit Hass und heftigen Drohungen konfrontiert.
OE24 auf Google bevorzugen

Mehr als eine Million Menschen folgen Kemal Üres in den sozialen Netzwerken. Besonders eine Forderung aus dem Jahr 2022 sorgte für heftige Reaktionen: Damals sprach sich der 49-Jährige dafür aus, dass ein Döner rund 8,50 Euro kosten sollte.

"Ich habe sogar Morddrohungen bekommen. Die Leute warfen mir vor, aus ihrem Döner einen Bugatti gemacht zu haben", erzählt Üres der deutschen BILD.

Auch Jahre später bekommt der Influencer wegen des Themas noch Hassnachrichten. Eine besonders drastische Nachricht erreichte ihn erst vor wenigen Wochen.

"Keiner wird dir helfen"

Ein Nutzer drohte Üres unter anderem: "Ich will dein Gesicht sehen, wenn ich vor dir stehe. Keiner wird dir helfen. Wenn du nach Frankfurt kommen solltest, werde ich dich schnappen."

Dazu kamen schwere Beleidigungen gegen seine Mutter sowie weitere ekelhafte Nachrichten.

Üres wollte zunächst rechtlich gegen den Verfasser vorgehen. Doch dann machte er die Drohungen öffentlich. Daraufhin erkannten Menschen aus seiner Community den Mann offenbar und meldeten sich bei dem Influencer.

Kurz darauf erhielt Üres ein Entschuldigungsvideo von dem Absender.

Hassnachrichten setzen ihm zu

Ganz spurlos ging die Sache trotzdem nicht an dem Gastro-Influencer vorbei. "Du hinterfragst dich. Hab ich vielleicht was falsch gemacht? Du fühlst dich einfach beschissen", sagt Üres.

Für ihn steht deshalb fest: Künftig will er konsequenter gegen Hass im Netz vorgehen. "Wenn ich beleidigt oder zu Unrecht angegangen werde, dann werde ich dafür sorgen, dass die Gegenseite auch dafür entsprechend zur Verantwortung gezogen wird."

Dafür hat sich Üres inzwischen ein Team aus Anwälten und Kommunikationsexperten aufgebaut. Problematische Fälle sollen damit schnell geprüft werden.

Sein Rat an andere Betroffene

Auch anderen Menschen, die im Netz angegriffen werden, rät Üres, nicht vorschnell zu reagieren. Wer Hassnachrichten erhält, sollte sich zunächst Unterstützung im eigenen Umfeld suchen und die Situation nicht durch eine impulsive Gegenreaktion weiter eskalieren lassen.

"Man darf da nicht mitmachen", sagt der 49-Jährige. Besonders wichtig sei ein stabiles Umfeld: "Du brauchst ein stabiles Umfeld. Das ist, glaube ich, das Wichtigste."

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden