Wien. In knapp einem Monat geht der Prozess in den mutmaßlichen pädophilen Kabarettisten Gunkl und gegen seine beiden Erpresserinnen - die Mutter und die Oma des dreijährigen Opfers - nein, nicht über die Kleinkunstbühne, sondern wird im Großen Schwurgerichtssaal am Straflandesgericht für viele aufwühlende Momente sorgen: Wenn denn die Öffentlichkeit überhaupt zugelassen wird.
Kommt Gunkl mit bedingter Bewährung davon?
Nur dreieinhalb Stunden unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen sind dafür von der Justiz vorgesehen, die sich offenbar sicher ist, schnell drei Urteile zu fällen. Es geht um Kindesmissbrauch im Fall der Tochter bzw. der Enkelin der Mitangeklagten sowie Besitz und der Verbreitung von bildlich sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial und schwerer Erpressung andererseits. Den teils vorbestraften Slowakinnen drohen bis zu 10 Jahren, dem gefallenen bisher unbescholtenen Künstler höchstens 5, wenn nicht gar nur eine bedingte Haft. Es gilt die Unschuldsvermutung.
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Nicht nur für den Fall, dass es ein Geheim-Prozess wird, hier einige neue Details zur Ekel-Causa.
Unfassbare Bilder und Videos auf 3 Computern!
So gab Günther Paal alias Gunkl in einer seiner ersten Einvernahmen nach der Selbstanzeige - weil er es satt hatte, sich immer wieder im fünfstelligen Euro-Bereich das Schweigen zu erkaufen - zunächst an, bis zu dem Vorfall mit dem kleinen Mädchen "keine Gedanken an sexuelle Handlungen mit oder an Kindern gehabt" zu haben.
Dem widerspricht ganz eindeutig das bei einer Hausdurchsuchung in seiner Wohnung im 9. Bezirk sichergestellte Datenmaterial: Da wurden - wie jetzt laut einem Gutachten bekannt wird - auf zwei Laptops und einem PC insgesamt 960 Bilder und 89 Videos mit inkriminierten Inhalten von 2003 bis 2020 gefunden. Dabei geht es ums Posieren bis hin zum Geschlechtsverkehr mit Kindern. Allein die Titel der Dateien und Links beschreiben teils unfassbare Vorkommnisse mit unermesslichem Leid der Opfer: Lolita, Preteens, 11-Jährige, 6-Jährige, vielleicht noch Jüngere von Australien bis Austria - ein einziger Horror.
Bad und Sofa: Es waren zwei "Vorfälle"
Umso ärger seine Aussagen vor dem Bekenner-Video, die in dem 600-Seiten-Akt zu lesen stehen: Er habe es gerne "ordentlich, sauber, klar und rein. Ich sehne mich nach einer Liebe, wo es ein Geben und Nehmen gibt und nicht, dass ich ausgenutzt werde." Beim Sex mit der Mutter der Kleinen und deren Oma (gleichzeitig und das seit 10 Jahren) wäre es am Ende unbefriedigend für ihn gewesen, weil es immer nur ums Finanzielle gegangen sei. Bei den zwei Vorfällen mit dem Mädchen - wie gesagt, da war es erst drei, als er zuerst (im Sommer 2024) nackt mit ihr badete (hier leugnet Gunkl, dass überhaupt etwas weiteres passiert wäre) und sie dann im Jänner 2025 am Sofa auf die Genitalien geküsst haben soll. Dabei fühlte er "sich wohl, weil es keine Gegenleistung wie bei den Frauen gab. Eigentlich." Bis ihm gesagt wurde, dass er dafür "200 oder 300 Euro geben soll". Fast weinerlich fügt Gunkl an: "Ich wollte einfach nur ein schönes reines Erlebnis haben."
"Verteilen Flyer von dir im Prater"
In einer weiteren (schriftlichen) Eingabe schreibt dann Gunkl erstmals von Schande. Und, weil er dachte, dass es tatsächlich Pics von dem Vorfall gibt, was jedochnur ein Bluff der Frauen war, die drohten, die Handypics auf Flyern im Prater zu verteilen: "Es werden Bilder auftauchen, die mich als Pädophilen zeigen. Ich kann für das, was man darauf sieht, niemandem die Schuld geben außer mir selbst und meiner Unfähigkeit, meine derangierte Sexualität, mit der ich seit vielen, vielen Jahren permanent ringe, dauerhaft unter Kontrolle zu halten."
Offenbar schwer empathieeingeschränkt fährt er fort:: "Ich konnte meinen Beruf weiterhin ausüben, weil ich zwar weiß, was ich getan habe, und ich weiß, dass das zum Schlimmsten gehört, was man in unserer Gesellschaft tun kann, aber ich weiß auch, dass ich nie etwas getan habe, was für irgendjemanden, im Besonderen der Enkelin, auch nur ansatzweise unangenehm war. Dass das nicht ausreicht, mich vor einer Strafe zu bewahren, ist mir klar, ich will nur feststellen, dass ich nie Böseres im Sinn hatte, als Spaß für alle und, so seltsam das jetzt auch klingt, Zärtlichkeit."
Kurzum: Er sei "schwach geworden" und habe "seinem Drang nachgegeben", einmal in Realität auszuleben, woran er sich offenbar schon zig Mal mit Bildern und Videos ergötzt hat (siehe oben). Anzumerken sei noch, dass Gunkl sich bisher mit noch keinem Wort am eigentlichen Opfer, der mittlerweile 5-jährigen Tochter bzw. Enkelin der Erpresserinnen, entschuldigt hat. Und dass jedes Kind - dessen Vergewaltigung man daheim per Stream, Bildern oder Videos "konsumiert", ebenfalls ein Opfer ist. Jedes einzelne! Das sollte man bei der Strafbemessung bedenken.
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