Brasilien

Nach Wahl-Schlappe: Bolsonaro flüchtet in die USA

Ein Mann im gelben T-Shirt mit einer Flagge über der Schulter steht nachdenklich auf einer Bühne.
© APA/AFP/SILVIO AVILA
Flávio Bolsonaro hat die Frist zur Abgabe seiner Pässe verstreichen lassen. Während dem Senator Geldwäsche vorgeworfen wird, prüft die Bundespolizei eine mögliche Ausreise trotz Verbots.
OE24 auf Google bevorzugen

Flávio Bolsonaro widersetzt sich einer Anordnung des Obersten Gerichtshofs, seine Pässe abzugeben. Die gesetzliche Frist dazu hatte der brasilianische Senator verstreichen lassen, wie die Nachrichtenagentur "Reuters" unter Berufung auf einen Vertrauten des Senators sowie eines US-Beamten berichtet. Dem 45-jährigen Sohn des Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro wird Geldwäsche vorgeworfen, was dieser leugnet.

Video zum Thema

Flavio Bolsonaro in die USA geflohen?


© oe24


Ein Mann im Anzug hält nachdenklich seine Finger ans Gesicht, im Hintergrund weitere Personen.
© APA/AFP/MAURO PIMENTEL

Geldwäschevorwurf und verpasste Frist

Die Bundespolizei prüft laut dem Nachrichtenportal G1, ob Bolsonaro trotz eines Ausreiseverbots Brasilien verlassen hat. Bolsonaro selbst hatte in einem Video am Montag erklärt, er werde seine Pässe abgeben und sich gegen die aus seiner Sicht ungerechtfertigte Maßnahme wehren. Er bestritt, vorgehabt zu haben, das Land zu verlassen. Der 45-Jährige führte die Anordnung auf eine Äußerung seines in den USA lebenden Bruders Eduardo zurück. Dieser hatte vor der Wahl eine Ausreise Flávios im Fall einer Wahlniederlage befürwortet.

Prüfung einer möglichen Ausreise

Bei der Stichwahl am Sonntag hatte Flávio Bolsonaro laut Wahlgericht mit 48,2 Prozent der Stimmen gegen Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva verloren, der 51,8 Prozent erhielt. Seine rechte Partei hatte den Wahlsieg Lulas bereits anerkannt. Bolsonaro selbst räumte seine Niederlage nicht ausdrücklich ein.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden