ÖKOLOGISCHE MASSNAHMEN
Wasserkraft und Natur im Einklang
Das Kraftwerk Greifenstein versorgt jährlich 480.000 Haushalte mit Strom. Gebaut wurde es bereits in den 1980er-Jahren, und schon damals setzte VERBUND erstmals ökologische Maßnahmen im großen Stil um. Denn links der Donau befindet sich hier Österreichs größtes zusammenhängendes Auengebiet. Um dieses zu erhalten, wurde zwischen Tulln und Korneuburg ein künstliches Gewässer geschaffen, der sogenannte "Gießgang". Diese Maßnahme gilt bis heute als Meilenstein in der ökologischen Gestaltung von Kraftwerken.
Gießgang bewässert die artenreiche Au
Der 42 Kilometer lange Gießgang verbindet bestehende Altarme der Donau und fungiert damit als Bewässerungssystem im Hinterland des Stauraums Greifenstein. So konnte der Auwald mitsamt seiner Artenvielfalt vor dem Austrocknen bewahrt werden. Vor allem jene Fischarten, die stehende Gewässer bevorzugen, finden hier bis heute ihren Lebensraum. Als alleinige Fischwanderhilfe war der Gießgang allerdings nicht geeignet. Dazu wurde 2017 ein vier Kilometer langes Umgehungsgerinne geschaffen.
Barrierefreiheit für die Fischwanderung
Über dieses schnell fließende Begleitgewässer können jetzt auch strömungsliebende Fische rund um das Kraftwerk Greifenstein schwimmen und dabei einen Höhenunterschied von 14,5 Metern problemlos überwinden. Zwischen 2020 und 2022 wurden die Zubringer Schmida und Göllersbach wieder mit der Donau vernetzt. Vier Kastendurchlässe sorgen seither auch hier für fischfreundliche Barrierefreiheit.
Vier Kilometer Fischwanderhilfe Greifenstein
In nur wenigen Monaten baute VERBUND die Fischwanderhilfe rund um das Kraftwerk Greifenstein als Teilprojekt des Programms LIFE+ Netzwerk Donau. Der Fluss wurde naturnah gestaltet mit Seichtstellen, tiefen Abschnitten und verankerten Raubäumen, an denen junge Fische Unterschlupf finden. Auch für Vögel und andere Tiere ist die Fischwanderhilfe zusätzlicher Lebensraum parallel zu Donau und Gießgang. Ein Lebensraum, wie er entlang der Donau zur Seltenheit geworden ist.
Kaum ein Jahr nach Fertigstellung war der neu geschaffene Fluss und der ihn umgebende Bewuchs bereits voller Leben. Als Teil eines umfassenden Monitoring-Programms wurden mehr als 10.000 Fische mit Pit-Tags markiert – so konnte ihre Wanderung detailliert nachgewiesen werden.
Renaturierung
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