Der Premierenreigen der Salzburger Festspiele wird Diesnstag fortgesetzt.
Mit Bizets Carmen, einer Übernahmen von den Salzburger Osterfestspielen, wird morgen der Premierenreigen der Salzburger Festspiele fortgesetzt. Sir Simon Rattle musiziert nicht, wie zu Ostern, mit seinen Berliner Philharmonikern, sondern mit den in Opern viel routinierteren Wiener Philharmonikern.
Kakofonisch
Bizets letztes Werk, dem der französische Komponist seinen Ruhm verdankt, ist neben Mozarts Zauberflöte die meistgespielte Oper überhaupt. Die Geschichte der lasziven Zigeunerin, die am Ende von ihrem eifersüchtigen Geliebten Don José erstochen wird, ist das seltene Phänomen einer Opéra comique (eines Musiktheaterstücks mit gesprochenen Dialogen) mit tragischem Schluss. Bei der Uraufführung 1875 in Paris wurde das Meisterwerk gedämpft aufgenommen und als „kakofonisch“ bezeichnet.
Gegenentwurf zur Standard-„Carmen“
Carmen ist so klischeebeladen, dass man nur jede Sängerin begrüßen kann, die eine andere Interpretation wagt. In der tänzerischen Salzburger Inszenierung der englischen Choreografin Aletta Collins ist die rotblonde tschechische Mezzosopranistin Magdalena Kožená ein solcher Gegenentwurf zur Standard-Carmen. An ihr ist alles hell, ihre Haut, ihre Augen, ihre Haare – und ihre Stimme: ein leuchtender, technisch perfekter Mezzosolitär mit strahlender Höhe und samtener Mittellage.
Ohne Probe
Als gewaltbereiter Sergeant Don José ist der bayerische Startenor Jonas Kaufmann zu erleben, der bei den heurigen Salzburger Festspielen nicht nur als Bacchus in der Ariadne auf Naxos von Richard Strauss brilliert hat, sondern auch in der zweiten Vorstellung von Puccinis La Bohème ohne Probe für den plötzlich stimmlosen polnischen Tenor Piotr Beczala als Rodolfo eingesprungen ist.
Die Kultur-Highlights des Jahres 2012
Kunsthalle Wien 2013/14: Von Thomas Bernhard bis Constantin BrancusiVon Thomas Bernhard bis Constantin Brancusi reichen die Pläne, die der neue Leiter der Kunsthalle Wien, Nicolaus Schafhausen am 10. Jänner bekannt gegeben hat. Ein reduziertes, eher divers wirkendes Programm, das mit dem in den Presseunterlagen formulierten "prägnanten Profil" ("Thematische Gruppenausstellungen, Einzelpräsentationen internationaler KünstlerInnen, Retrospektiven bekannter VertreterInnen der Gegenwartskunst sowie Ausstellungen bislang noch weniger bekannter KünstlerInnen") noch nicht viel zu tun hat. In-Künstler findet man im Gegensatz zu früher nicht. Schafhausen: "Es geht selbstverständlich nicht um die Replizierung von Trends, sondern um die Kenntnis der Diskurslage."
© Stephan Wyckoff
Schnörkellos-leichter "Figaro" im neuen Festspielhaus ErlBot der Eröffnungsfestakt am 26. Dezember noch eine wilde Mischung aus Donizetti und Bartok, so hatte das neue Festspielhaus in Erl seine wahre Feuertaufe mit Mozarts "Le Nozze di Figaro" zu bestehen. Gustav Kuhn startete das Opernprogramm der ersten Winterfestspiele im kleinen Tiroler Dorf in seiner bewährten Doppelfunktion als Regisseur und Dirigent mit einer schnörkellosen Da Ponte-Produktion. Dabei strich der Maestro die Stärken dieses architektonischen und vor allem akustisch gelungenen neuen Festspielhauses heraus. Allgemeine Jubelsalven für Kuhn und seine vorwiegend jungen Sänger nach einem langen Mozart-Abend.
© tirolerfestspiele.at
Staatsoper: Salzburger "Ariadne auf Naxos" als Wiener Erfolg Kommt der Prophet nicht zum Berg, kommt der Berg zum Propheten: Nach der dissensbedingten Absage von Dirigent Franz Welser-Möst, der 2013 bei den Salzburger Festspielen mit Sven-Eric Bechtolf die "Cosi fan tutte" hätte inszenieren sollen, feierte am Mittwochabend (19. Dezember) die "Ariadne auf Naxos" der heurigen Festspiele in der Wiener Staatsoper ihre umjubelte Premiere - mit Welser-Möst am Pult und Sven-Eric Bechtolf als Regisseur. Vornehmlich auf sängerischer Ebene bot der begeistert aufgenommene Abend einige echte Entdeckungen.
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