Politik-Insider aus der Redaktion
Doskozil rebelliert jetzt offen gegen Rendi & SPÖ
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Zunächst wird er im Bundesrat schon diese Woche gegen die Partei-Linie mobilisieren. Die zwei SPÖ-Abgeordneten aus dem Burgenland werden auf Doskozils Befehl jene Sitzung verlassen, in der über das neue Covid-19-Maßnahmengesetz – und damit über die viel kritisierten Pflicht-Tests vor einem Besuch in jedem Handelsgeschäft – abgestimmt wird. SPÖ, Neos und FPÖ wollten dieses „Pflicht-Testen“, das den Handel empört, verhindern und mit ihren 31 zu 30 Stimmen von Türkis-Grün das Gesetz wochenlang blockieren. Wenn die zwei Doskozil-Abgeordneten bei der Abstimmung aber aus dem Saal gehen, wird Türkis-Grün das neue Covid-Maßnahmengesetz problemlos durchbringen.
Dieser Doskozil-Eklat richtet sich primär gegen Parteichefin Rendi-Wagner, der er damit ihren Auftritt versalzt – indirekt aber auch gegen SPÖ-Wien-Chef Michael Ludwig, der dieses Maßnahmengesetz im Sinne des Wiener Handels massiv ablehnt.
Doskozils Rebellion gegen die eigene Partei ist damit aber noch nicht zu Ende. SPÖ-Insider wissen bereits, dass „Dosko“ schon den nächsten parteiinternen Eklat plant: Er wird beim SPÖ-Parteitag am 26. Juni nicht mehr als Parteiobmann-Stellvertreter kandidieren und sich aus der Bundes-SPÖ zurückziehen.
Der Rückzug ist als wütender Protest gegen Parteichefin Rendi-Wagner gedacht, die Doskozil – wie er im kleinen Kreis immer wieder betont – für eine „totale Fehlbesetzung“, ja sogar „für eine Katastrophe“ hält. Der Verzicht auf den hohen Partei-Posten, der ihm viel Gewicht in der SPÖ geben würde, zeigt aber auch, wie sehr sich „Dosko“ mittlerweile von der gesamten SPÖ-Spitze entfremdet hat. Sein freundschaftliches Verhältnis zu Wiens SPÖ-Chef Ludwig ist zerbrochen, weil „Dosko“ Ludwig aufgrund seiner aktuellen Nähe zu Rendi-Wagner für einen „Verräter“ hält. Auch der Kontakt zum mächtigen Landes-Chef Kaiser liegt auf Eis. Zuletzt hat Doskozil sogar seinen letzten Getreuen in der SPÖ verloren: Der Tiroler Partei-Chef und Dosko-Freund Dornauer ist jetzt auf Rendi-Kurs.
Doskozil begründet seinen Schritt damit, dass die Zahl der Obmann-Stellvertreter heuer von sagenhaften 17 auf nur noch 6 reduziert wird. Er wolle „niemandem im Wege stehen“.
Die Rendi-Freunde in der SPÖ aber spotten bereits über den intern bekannt gewordenen Verzicht des Burgenländers auf den stellvertretenden Parteiobmann. „Der hat“, ätzt ein enger Rendi-Vertrauter, „in Wahrheit nur Schiss davor, dass er bei der Wahl der Stellvertreter massive Streichungen bekommen würde. Bei der derzeitigen Stimmung gegen Doskozils ständige Störfeuer würde er vermutlich nicht einmal die nötigen 50 Prozent schaffen. Und diese Blamage will er sich ersparen!“
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