K.o. statt Medaille

Aufgabe-Drama für Vuelta-Held Gall bei Rad-WM

Felix Gall hatte schwere Beine.
© Getty Images
US-Profi Brandon McNulty (28) triumphierte im Straßenrennen der Rad-WM in Montreal nach einer spektakulären Soloflucht. Der Traum von Felix Gall, um eine Medaille mitzufahren, platzte vorzeitig. Einziger Österreicher im Ziel: Felix Großschartner als 54.
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McNulty siegte nach 273 km und rund 4.000 Höhenmetern in 6:15:04 Stunden mit einem unglaublichen Stundenschnitt von 43 km/h.

Silber ging an Michael Matthews (AUS/+13 Sek.), Mathieu van der Poel (NED/+13) wurde Dritter. Topfavorit und Zeitfahr-Weltmeister Remco Evenepoel kam nicht über Platz 12 hinaus (+14 Sek.).

"War extrem müde"

Für den Osttiroler Felix Gall, der heuer mit Platz 2 beim Giro d'Italia und vor zwei Wochen als Dritter bei der Vuelta a Espana für Furore gesorgt hatte, endete das WM-Rennen vorzeitig.

Gall hielt sich nach der flachen Anfahrt auf dem Klassiker-Rundkurs (12 Runden á 13,7 km) bereits früh am Ende des Hauptfeldes auf. 105 km vor dem Ziel verlor der Kletterspezialist endgültig den Anschluss. Fünf Runden vor Schluss stieg er schließlich aus.

"Ich bin nie wirklich ins Rennen reingekommen, das ist natürlich sehr schade. Ich habe es nicht mehr wirklich geschafft, die Spannung aufzubauen und den Fokus zu finden", so Gall. Die Strapazen der Spanien-Rundfahrt hatte er noch nicht verdaut: "Ich war extrem müde nach der Vuelta, die ganze Saison war extrem kräftezehrend. Ich bin dann auch ein bisschen krank geworden."

Galls Saisonbilanz mit den Podestplätzen in Spanien und beim Giro d'Italia sei aber natürlich positiv. "Ich habe extrem viel investiert und bin dafür auch belohnt worden. Ich bin natürlich sehr zufrieden und glücklich, ich merke aber auch, dass ich von meinem Körper sehr viel verlangt habe. Ich freue mich jetzt auf ein paar erholsame Wochen", sagte Gall, der von Decathlon zu Lidl-Trek wechseln wird. Die WM-Teilnahme war für den selten bei Eintagesrennen antretenden Osttiroler so etwas wie ein Probelauf für kommendes Jahr. Denn 2027 wartet im französischen Sallanches ein für ihn deutlich besser geeigneter WM-Kurs mit satten 5.700 Höhenmetern.

Während auch der ebenfalls kränkliche Patrick Konrad das brutale WM-Rennen in Montreal aufgab, kämpfte sich Felix Großschartner mit 10 Minuten Rückstand auf McNulty als 54. ins Ziel.

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