Stresstest für Merz

Countdown zum Wahlkrimi

Hochspannung am Sonntag: Kanzler Friedrich Merz (CDU)
© Getty Images
Nur noch wenige Stunden bis zum Politik-Thriller: Zwei Landtagswahlen können am Sonntag mit ihren Ergebnissen die Bundespolitik mitverändern - vielleicht sogar den Kanzler stürzen. oe24.de berichtet den ganzen Sonntag live von den spannenden Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.
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Die letzten Umfragen vor dem Sonntag zeigen zwei enge Rennen: im Norden zwischen SPD und AfD, in der Hauptstadt zwischen Linken und CDU. Die Spitzenkandidaten warben am Freitag bei Abschlusskundgebungen noch einmal um Unentschlossene.

In Mecklenburg-Vorpommern hat die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig laut ZDF-"Politbarometer Extra" der Forschungsgruppe Wahlen die AfD erstmals überholt. Die Sozialdemokraten kommen auf 37 Prozent (+3), die AfD von Leif-Erik Holm auf 36 Prozent (–1).

Andere Institute sehen die AfD noch vorn: Insa ermittelt 37 zu 35, Infratest dimap hatte zuletzt 38 zu 33. Unstrittig ist Schwesigs persönlicher Vorsprung: Bei einer Direktwahl kämen 61 Prozent auf sie, 30 Prozent auf Holm. "Wenn die AfD ein Potenzial von bis zu 45 Prozent hat, ist es schon eine große Leistung, sie hier weit unter 40 Prozent zu drücken", sagte Schwesig im ZDF.

Brutaler Stresstest für Friedrich Merz

Dramatisch ist die Lage der CDU: Mit 6 Prozent droht ihr das schlechteste Landtagswahlergebnis der Parteigeschichte. Die Linke liegt bei 9 Prozent, die Grünen zittern mit 5 Prozent um den Einzug, das BSW mit 4 Prozent wohl draußen. Ob eine Neuauflage von Rot-Rot reicht oder ein Dreierbündnis mit den Grünen nötig wird, entscheidet der Sonntag. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schließen alle anderen Parteien aus.

In Berlin führt die Linke von Elif Eralp in der ZDF-Umfrage mit 22 Prozent vor der CDU von Stefan Evers (20 Prozent). Es folgen AfD (18), Grüne (15) und SPD (12). Zweierbündnisse reichen nicht; denkbar wären Rot-Rot-Grün oder Schwarz-Grün-Rot. Die bisherige Koalition aus CDU und SPD hätte keine Mehrheit mehr.

Bundesweit wirkt der Wahlsonntag wie ein Stresstest für Kanzler Friedrich Merz. In Sachsen-Anhalt hatte die AfD am 6. September 43,8 Prozent geholt, die CDU nur 17,2 Prozent. Eine Civey-Umfrage für Welt TV legt nahe: Fällt die CDU in Mecklenburg-Vorpommern aus dem Landtag, halten 56 Prozent es für unwahrscheinlich, dass Merz Kanzler bleibt.

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