CDU stürzt ab

Wahl-Beben: AfD verdoppelt sich auf 44 %

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Der deutsche Osten, Sachsen-Anhalt, hat gewählt. Die AfD sorgt für ein politisches Erdbeben und holt laut letzter Hochrechnung vom Sonntag 44,0 Prozent. Mit dem Endergebnis ist erst im Laufe des Montags zu rechnen.
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Es ist ein politisches Erdbeben, das die ganze Bundesrepublik ins Wanken bringen könnte. Die AfD schafft bei der Landtagswahl im ostdeutschen Sachsen-Anhalt laut erster ARD-Hochrechnung 44,0 Prozent. Die CDU und ihr amtierender Ministerpräsident kommen nur auf 17,4 Prozent. Dahinter die SPD mit 9,2 dann die Grünen mit 8,9 die Linkspartei mit 8,6 Prozent. Die FDP fällt mit 2,5 Prozent wohl aus dem Landtag. Das BSW muss mit 5,1 Prozent noch zittern.

Balkendiagramm zur Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026 mit Parteienergebnissen und Vorjahresvergleich.
Hochrechnung © ard
Video zum Thema

Erstes Statement von Ulrich Siegmund


© ARD


Halbrunder Sitzverteilungsgrafik: AfD 39, CDU 15, Linke 8, SPD 8, Grüne 8, BSW 5 Sitze.
Hochrechnung © ard

Den ganzen Wahlkrimi vom Sonntag gibt es hier im oe24-LIVE-Ticker als Chronik zum Nachlesen.

+++ LIVE-Ticker +++

Wahlsieger Siegmund spricht schon von Neuwahlen

Ein Mann im Anzug spricht mit Mikrofon auf einer Bühne, daneben steht eine Frau; unscharfe Deutschlandflagge vorne.
© APA/AFP/RONNY HARTMANN

Trotz eines klaren Wahlerfolgs bringt AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund Neuwahlen ins Spiel. Er lehnt Kompromisse für Koalitionen ab und verlangt eine stabile Mehrheit.

Am Montag fällt in der Partei die Entscheidung, ob Ulrich Siegmund bei einer knappen Mehrheit das Ministerpräsidentenamt anstrebt. Der 35-jährige AfD-Spitzenkandidat betonte, dass er für eine Regierungsübernahme eine "stabile Mehrheit" im Landtag benötigt.

Statt Zugeständnissen bringt der Wahlsieger erneut Neuwahlen ins Gespräch. Siegmund erklärte dazu wörtlich: "Im Notfall wird es halt Neuwahlen geben, dann haben wir halt 50 oder 55 Prozent." Zuvor hatte er mehrfach verkündet, nur bei einer absoluten Mehrheit in Sachsen-Anhalt regieren zu wollen.


Gratulation aus Tschechien

Im Nachbarland Tschechien gratulierte Parlamentspräsident Tomio Okamura der AfD im öffentlich-rechtlichen Fernsehen CT zu ihrem Wahlerfolg. "Ich hoffe vor allem, dass sie Teil der neuen Regierungskoalition im Bundesland Sachsen-Anhalt sein wird", sagte der Gründer der rechten Partei Freiheit und direkte Demokratie (SPD).

Eine Koalition gegen die AfD würde dem Wählerwillen widersprechen, meinte der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, der wichtigeren der beiden Parlamentskammern. In Tschechien regiert seit Ende 2025 eine Koalition aus der rechtspopulistischen ANO des Milliardärs Andrej Babiš, Okamuras SPD und der Autofahrerpartei Motoristen.


Tusk: Nur Idioten erfreut über AfD-Triumph

Der polnische Regierungschef Donald Tusk hat sich angesichts des AfD-Erfolgs bei der Landtagswahl im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt fassungslos gezeigt. "In Polen können sich nur Idioten oder Verräter am Triumph der AfD in Deutschland erfreuen", schrieb der liberalkonservative Politiker am Wahlabend auf der Online-Plattform X. Nicht wenige davon hätten sich in den Oppositionsparteien Konfederacja und Recht und Gerechtigkeit (PiS) versammelt.

Ein Mann im Anzug spricht mit Mikrofon vor buntem, beleuchtetem Hintergrund.
© EPA

Trump mischt mit

Der US-Präsident postet einen Stand der Hochrechnung zum AfD-Ergebnis in Sachsen-Anhalt

Balkendiagramm zeigt Hochrechnung der Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026 mit AfD als stärkste Partei.
Trump-Posting © realDonaldTrump/truthsocial

Unzufriedenheit mit der CDU

Balkendiagramm zu CDU-Kritikpunkten abgewanderter Wählender bei der Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026.
Auswertung © ard

Siegmund soll als Ministerpräsident antreten

AfD-Chef Tino Chrupalla hat angekündigt, dass Ulrich Siegmund im Landtag zur Wahl des Ministerpräsidenten antritt. Dies gelte auch ohne eine bislang gesicherte Mehrheit.

Mehrere Personen in Anzügen feiern gemeinsam auf einer Bühne, eine deutsche Flagge ist im Vordergrund.
© APA/AFP/RONNY HARTMANN

"Ulrich Siegmund wird definitiv als Ministerpräsidentenkandidat im Landtag antreten", sagte Chrupalla bei Caren Miosga. Ob das BSW eine Wahl Siegmunds etwa durch Enthaltung ermöglichen könnte, ließ Chrupalla offen.


Weidel will mit BSW regieren

Weidel sieht verschiedene Optionen:

"Und natürlich ist ein Regierungsszenario mit dem BSW für uns als AfD sehr interessant." Genauso sei eine Minderheitsregierung "eine relevante Option für die AfD in Sachsen-Anhalt".

Zwei Menschen in Anzügen umarmen sich auf einer Bühne, weitere Personen im Hintergrund.
© EPA

BSW bei ARD- und ZDF-Umfrage jetzt im Landtag

In den Hochrechnungen von ZDF und ARD liegt das BSW bei fünf Prozent. Damit verschieben sich die Machtverhältnisse in Sachsen-Anhalt, eine absolute Mehrheit der AfD wird unwahrscheinlicher.

Auch in den Hochrechnungen des ZDF ist das BSW nun mit 5 Prozent im Landtag vertreten. In der ARD war die Wagenknecht-Partei schon seit der ersten Prognose im Landtag vertreten. Damit würden sich die Machtverhältnisse in Sachsen-Anhalt verschieben. Eine absolute Mehrheit der AfD würde damit unwahrscheinlicher.


Emotionen in Magdeburg

Ein Siegerkuss auf der AfD-Bühne für Ulrich Siegmund von seiner Frau Julia

Ein Mann und eine Frau küssen sich innig auf einer Bühne, im Hintergrund fotografiert jemand.
© EPA

Rekord bei Wahlbeteiligung

Die Beteiligung bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist nach Hochrechnungen der Sender ARD und ZDF auf ein Rekordniveau für das ostdeutsche Bundesland geklettert. Nach den Zahlen beteiligten sich rund 78 Prozent der Wahlberechtigten an der Abstimmung. Die bisher höchste Beteiligung bei einer Wahl des Landtags - des Parlaments des Bundeslandes - in Sachsen-Anhalt seit der deutschen Wiedervereinigung gab es 1998 mit 71,5 Prozent.


Das Land ist tief gespalten

Nach der Wahl ist vor der Wahl. Wie geht es weiter? Wer regiert das Land? Da ist Sachsen-Anhalt tief gespalten. 47 Prozent finden es richtig, dass es eine Koalition aus allen anderen Parteien im Landtag gegen die AfD gibt. Auch 47 Prozent sehen das anders.

Balkendiagramm: Je 47 % finden das Verhindern der AfD-Regierungsbeteiligung richtig oder falsch.
Analyse © ard

Wie kommt der Erfolg der AfD zu Stande?

Am stärksten wurden die AfD von Arbeitern und Selbstständigen gewählt

Balkendiagramm zeigt AfD mit 60 % als stärkste Partei bei Arbeitern in Sachsen-Anhalt 2026.
Zahlen, Daten und Fakten © ard
Balkendiagramm mit Wahlergebnissen der Selbständigen bei der Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026.
Zahlen, Daten und Fakten © ard

Gewessler macht "Entwicklung Sorgen"

Auch Grünen-Chefin Leonore Gewessler hat nun auf die Wahl reagiert: „Ich verstehe alle, denen das, was gerade in unserem Nachbarland passiert, Angst macht. Auch mir macht diese Entwicklung Sorgen. Wenn eine rechtsextreme und verfassungsfeindliche Partei in einem deutschen Bundesland eine solche Zustimmung erhält, ist das kein Warnsignal mehr, dann ist Feuer am Dach. Auch in Österreich gibt es mit der FPÖ eine Partei, die mit Angst Politik macht. Die Menschen gegeneinander ausspielt und gesellschaftliche Grenzen immer weiter verschiebt."


AfD sinkt - Absolute Mehrheit immer unwahrscheinlicher

Balkendiagramm mit Wahlergebnissen in Sachsen-Anhalt, AfD liegt mit 44,2 % klar vorn.
Hochrechnung © ard

Salvini jubelt über AfD-Triumph

Der italienische Vize-Ministerpräsident und Lega-Chef Matteo Salvini hat der AfD zum Wahlerfolg im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt gratuliert. "Glückwunsch an meine Freundin Alice Weidel und die gesamte AfD zum Triumph in Sachsen-Anhalt", schrieb Salvini am Sonntag auf der Plattform X.


Schon 64 Prozent ausgezählt

Die Wahllokale haben seit knapp 2,5 Stunden geschlossen. Laut der Website der Landeswahlleiterin wurden bereits 64 Prozent der Stimmen ausgezählt.


FDP-Landeschefin kündigt Rücktritt an

Die FDP verpasst den Einzug in den Landtag deutlich. Die Landesvorsitzende Lydia Hüskens hat nun ihren Rücktritt angekündigt. "Wir müssen jetzt morgen einfach schlicht darüber reden, wie wir es machen, ob wir es mit sofortiger Wirkung machen oder den Landesparteitag im April nehmen dafür, um da den Wechsel zu machen", so die Politikerin gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.


Zentralrat der Juden entsetzt über AfD-Wahlerfolg

Der Zentralrat der Juden in Deutschland äußert sich schockiert über den Erfolg der rechtspopulistischen AfD bei der Landtagswahl in dem ostdeutschen Bundesland Sachsen-Anhalt.

"Der Ausgang der Wahl ist noch offen, aber fest steht bereits: Eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei ist in einem deutschen Bundesland nur knapp von der Alleinregierung entfernt", sagte Zentralratspräsident Josef Schuster der "Welt" zu den ersten Trends am Wahlabend.


Alles Blau - nur HIER nicht

Die AfD holt fast alle Wahlkreise bei der Landtagswahl in -Sachsen-Anhalt. Nur drei gehen an die Linkspartei.

Karte von Sachsen-Anhalt mit Wahlkreisen, fast alle in Blau, zwei in Rot markiert.
Wahlkreise © Statistisches Landesamt Sachsen-

Kritische Fragen lächelt Siegmund weg

Auch bei der Affäre um AfD-Freunderlwirtschaft vor ein paar Monaten war Siegmund mittendrin. Sein Vater soll als Mitarbeiter im Bundestagsbüro eines AfD-Parteikollegen laut Medienberichten zeitweise mehr als 7.500 Euro monatlich erhalten haben. Die aufgekommene Kritik, auch an anderen Überkreuzbeschäftigungen in der AfD, versuchte Siegmund damit zu entkräften, dass man auf Leute setze, denen man vertrauen könne.

Im Wahlkampf wurde der gelernte Außenhandelskaufmann von Journalisten häufig mit radikalen Passagen aus dem AfD-Wahlprogramm konfrontiert. Doch egal, ob die Abschaffung der Schulpflicht, die Änderung von Lehrplänen oder die Ablehnung von "kulturfremden Fachkräften" - kritische Fragen lächelte er oft weg, oder er versuchte, die Forderungen als harmlos darzustellen. Auch Mitarbeiter mit einer rechtsextremen Vergangenheit in mittlerweile verbotenen Organisationen hält er in seinem direkten Umfeld für unproblematisch.

Es gibt auch Stimmen, die sagen, Sachsen-Anhalt könnte Siegmund als Bühne irgendwann zu klein werden. Wechselt er mit der Bundestagswahl 2029 nach Berlin? Mit Wahlkampf kennt sich Ulrich Siegmund jedenfalls aus.


Ulrich Siegmund - gefeiert wie ein Politik-Popstar

In den vergangenen Monaten wurde der Spitzenkandidat der als gesichert rechtsextrem geltenden Landespartei von einer regelrechten Euphoriewelle getragen. Egal, wo er im Wahlkampf hinkam - der Zuspruch war groß. Bei seinen Moped-Ausfahrten fuhren Hunderte mit. Sporthallen und Kulturhäuser füllten sich, wenn er bei Bürgerdialogen angekündigt war. Die Menschen nahmen langes Schlangestehen in Kauf, um ein Foto mit dem AfD-Politiker zu machen. Konkrete Inhalte brauchte er bei seinen Auftritten kaum. Meist reichte es, zu lächeln - und den Menschen das Gefühl zu geben, dass sie Teil einer Bewegung seien.

Eine Rhetorik des Wir-gegen-die

Siegmunds Aufstieg begann während der Corona-Pandemie. Bei Tiktok und Instagram sammelte er mit Kritik an den Eindämmungsmaßnahmen mehrere Hunderttausend Follower ein. Als gesundheitspolitischer Sprecher der AfD-Landtagsfraktion konnte er seine Punkte dann im Parlament vortragen. Sein Engagement wurde belohnt: 2022 stieg Siegmund zum Co-Vorsitzenden der Fraktion auf.

In seiner politischen Karriere ist Siegmund schon mehrmals in die Kritik geraten. Wirklich geschadet hat ihm das nicht. Nach einem Treffen in Potsdam, bei dem der frühere Kopf der rechtsextremen Identitären Bewegung in Österreich, Martin Sellner, über "Remigration" sprach, wurde Siegmund im Landtag zwar als Vorsitzender des Sozialausschusses abberufen. Doch selbst diese Maßnahme nutzte er, um seine Rhetorik des Wir-gegen-die zu pflegen.


"Ich sage, das ist Demokratie"

Zudem verwies Schulze auf die deutlich gestiegene Wahlbeteiligung und den damit dennoch verbundenen klaren Sieg der AfD. "Ich sage, das ist Demokratie." Die Menschen hätten ein Zeichen gesetzt und damit müsse nun umgegangen werden - auch über Sachsen-Anhalt hinaus.

In Sachsen-Anhalt waren knapp 1,7 Millionen der gut 2,1 Millionen Einwohner wahlberechtigt. Der 47-jährige Schulze ist erst seit Ende Jänner Ministerpräsident des strukturschwachen Landes. Er will keine Minister der AfD oder der Linken ins Kabinett holen. Zudem lehnt er Koalitionen mit beiden Parteien ab. Die Regierungsbildung dürfte entsprechend schwierig werden. Laut Landesverfassung bleibt der Ministerpräsident so lange im Amt, bis ein Nachfolger gewählt ist. AfD-Spitzenkandidat Siegmund hatte vor der Wahl angekündigt, dass er mit keiner anderen Partei koalieren wolle - in der Hoffnung, dass es für eine Alleinregierung reicht.


Ministerpräsident Schulze spricht

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Schulze räumte seine Niederlage bei der Landtagswahl ein und gratulierte der AfD zum Wahlsieg. "Der Wahlsieger, die AfD, ist jetzt stärkste Kraft im Landtag von Sachsen-Anhalt", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend vor Anhängern seiner Partei in Magdeburg. "Wir werden auch als CDU mit diesem Ergebnis umgehen müssen", sagte Schulze. Schulze beklagte in seiner ersten Analyse die Folgen der Politik der deutschen Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), die zu seiner Niederlage beigetragen habe. "Wir hatten oft Gegenwind und das war nicht immer ganz einfach."


Woher die AfD-Wähler kommen

Die AfD um ihren 35-jährigen Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund verdankt diesen Erfolg vor allem einer starken Mobilisierung bisheriger Nichtwähler. Das geht aus einer Umfrage von infratest dimap im Auftrag der ARD hervor. Rund 157.000 Menschen, die zuvor nicht gewählt hatten, gaben ihre Stimme dieses Mal der AfD.

Starke Wählerwanderung von der CDU

Zusätzlich verzeichnete die Partei einen deutlichen Zulauf aus dem gegnerischen Lager: Rund halb so viele AfD-Wähler wie aus der Gruppe der Nichtwähler wechselten direkt von der CDU zur AfD.


ZDF-Hochrechnung sieht keine AfD-Absolute mehr

In der ersten ZDF-Prognose wurde die AfD noch mit einer absoluten Mehrheit ausgewiesen. In der ersten Hochrechnung hat sich das nun geändert. Dort kommt die Partei "nur" mehr auf 41 Landtagssitze.


Erste Hochrechnung: AfD bei über 44 Prozent

Jetzt gibt es die ersten Hochrechnungen. Die AfD schafft laut ARD 44,5 Prozent, laut ZDF 44,1 Prozent. Unklar ist demnach weiterhin, ob die Partei die absolute Mehrheit im Landtag holt.


AfD-Sieger Siegmund schließt Koalition nicht mehr aus

AfD-Frontmann Ulrich Siegmund zeigte sich nach der ersten Prognose wenig überraschend in Feierlaune. "Wir haben genau das geschafft, was wir schaffen wollten. Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben." Er werde "allen Kräften die Hand ausstrecken", die mit der AfD eine "grundsätzliche politische Kehrtwende" herbeiführen wollten. Das bedeutet, dass er eine Koalition nicht mehr ausschließt.


Bei dieser Prognose hat AfD bereits absolute Mehrheit

In der ZDF-Prognose hat die AfD 42 Sitze - und damit die absolute Mehrheit. Fix ist das allerdings noch nicht. Die ersten Hochrechnungen mit Zwischenergebnissen werden für circa 19 Uhr erwartet. Entscheidend wird etwa, ob das BSW den Einzug in den Landtag schafft. Die ARD-Prognose sieht das Bündnis derzeit drinnen, die ZDF-Prognose nicht.

Sitzverteilung Sachsen laut ZDF-Prognose: AfD 42, CDU 17, SPD 8, Linke 8, Grüne 8 Sitze.
ZDF-Prognose © ZDF

Wahl bringt viele Verlierer

Während die AfD ein historisches Wahlergebnis feiert, hält sich die Stimmung auf den Wahlevents vieler anderer Parteien in Grenzen. Die CDU verliert laut erster ARD-Prognose 18,6 Prozentpunkte (!), wird also von der AfD halbiert. Auch die Linke hätte sich mehr erwartet, sie verliert laut Prognose 1,5 Prozentpunkte. Die FDP verliert  4,4 Prozent und fliegt aus dem Landtag. Auch die SPD muss laut der Prognose Federn lassen (-0,4) und kommt auf 8 Prozent. Neben der AfD können nur die Grünen (+3,1) dazugewinnen. Auch das BSW hat ein Plus, trat bei der letzten Wahl 2021 allerdings auch nicht an und muss nun um den Einzug zittern.


Absolute Mehrheit für AfD noch unklar

Offen ist derzeit noch, ob die AfD die absolute Mehrheit an Landtagssitzen erringen konnte. Entscheidend könnte auch das BSW sein und die Frage, ob das Bündnis den Einzug (Fünf-Prozent-Hürde) in den Landtag schafft oder nicht. Laut ARD-Prognose schafft die Partei fünf Prozent.


ZDF-Prognose sieht AfD bei 44 Prozent

Während die ARD-Prognose die AfD bei 44,5 Prozent ausweist, sieht die ZDF-Prognose die Partei bei 44 Prozent. Die CDU liegt beim ZDF bei 18,5 Prozent, Linke und SPD liegen mit 9 Prozent gleichauf, die Grünen kommen auf 8,5 Prozent.


FDP bei 2 Prozent, BSW bei 5 Prozent

Die FDP liegt in der ersten Prognose bei zwei Prozent, fällt also wohl aus dem Landtag. Das BSW muss mit fünf Prozent noch zittern.


AfD laut erster Prognose bei 44,5 Prozent

Die AfD schafft bei der Landtagswahl im ostdeutschen Sachsen-Anhalt laut erster Prognose 44,5 Prozent. Die CDU und ihr amtierender Ministerpräsident kommen nur auf 18,5 Prozent. Dahinter die Linkspartei mit 9,5 sowie SPD mit 8,0 Prozent und die Grünen mit 9,0 Prozent.


Fünf Minuten noch

Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr. Kurz darauf soll es die erste Prognose geben.


Die große Frage

Alles schaut auf Sachsen-Anhalt, weil die AfD zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik einen Ministerpräsidenten stellen könnte. Das ist aber wohl nur möglich, wenn die Partei die absolute Mehrheit schafft. Denn: Keine andere Partei will mit der AfD koalieren. Und auch die AfD will in keiner Koalition regieren - nur alleine. Im Osten Deutschlands gibt es diesmal also eine Brandmauer von beiden Seiten.

Zwei Männer in Anzügen unterhalten sich freundlich an einem Tisch in einem Fernsehstudio.
© Getty Images

Die Spannung steigt

In weniger als einer halben Stunden wissen wir mehr: dann gibt es erste Zahlen aus Sachsen-Anhalt. Doch Achtung: Ein Ergebnis ist das noch nicht. Dafür werden sich alle wohl bis Montag am Morgen gedulden müssen.


Die Spitzen der Bundesparteien sammeln sich

Während alle Augen gespannt auf Sachsen-Anhalt gerichtet sind, trudeln die Bundespitzen von CDU und AfD ein.

Kanzler Friedrich Merz ist in diesen Minuten im Konrad-Adenauer-Haus, der Parteizentrale der CDU, angekommen. Alice Weidel ist bei der geplanten Wahlparty der AfD in Sachsen-Anhalt.


Das gab es noch nie

Wie Landeswahlleiterin Christa Dieckmann mitteilte, lag die Wahlbeteiligung um 16 Uhr bei 65,3 Prozent. Das gab es noch nie.


Die Demokratie lebt! Rekord bei Wahlbeteiligung absehbar

Um 14.00 Uhr lag die Wahlbeteiligung bei 54,4 Prozent, wie Landeswahlleiterin Christa Dieckmann in Magdeburg mitteilte. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren betrug die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt nur 27,1 Prozent. Am Ende betrug die Wahlbeteiligung damals 60,3 Prozent, darunter auch Briefwähler. Mit ersten Zwischenergebnissen für die Wahlkreise wird ab 19.00 Uhr gerechnet. Das vorläufige amtliche Endergebnis soll in der Wahlnacht oder am frühen Montagmorgen vorliegen.


Festnahme bei Links-Demo

Bei einer Demonstration der linken Szene in Magdeburg hat die Polizei eingegriffen. Am dortigen Hauptbahnhof kam es zur ersten Festnahme einer jungen Person.


Mit Nudeln zum Wahlsieg?


Blaue Freude unter Freunden

Wenn Siegmund siegt, freuen sich Weidel und Chrupalla

Drei Personen auf einer AfD-Bühne, im Vordergrund schwenkt jemand eine Deutschlandflagge.
© EPA
Drei Menschen umarmen sich auf einer Bühne mit AfD-Logo im Hintergrund; einer winkt lächelnd.
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"Wohlstand durch Euro"

Bundesbank-Präsident Joachim Nagel warnte vor dem Erstarken populistischer Parteien wie der AfD. "Es gibt Menschen in Deutschland, die vorgeben, Patrioten zu sein, und gleichzeitig vorschlagen, den Euro aufzugeben", sagte Nagel jüngst der französischen Zeitung "Le Monde". "Ich muss daran erinnern, dass Deutschland dank der Einheitswährung enormen Wohlstand erlangt hat - genau wie Frankreich und die gesamte Währungsunion."

Bereits vor Monaten hatte Bahlsen-Chef Alexander Kühnen sich klar von der AfD und ihren Positionen abgegrenzt. "Wir brauchen Fachkräfte, wir brauchen offenen Handel in Europa, wir brauchen stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen", sagte Kühnen. "Vor diesem Hintergrund ist die AfD für mich keine Alternative - weder unternehmerisch noch persönlich."


Was andere Top-Manager sagen

Zuletzt hatten wiederholt Top-Manager vor den Wirtschaftsplänen der AfD gewarnt. "Populistische Parteien geben vor, einfache Antworten zu haben", sagte etwa Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing vor wenigen Tagen in Frankfurt. "Tatsächlich propagieren sie Konzepte, die den Grundlagen unseres Erfolgs entgegenstehen: Offenheit, Vielfalt, ein starkes Europa, verlässliche Institutionen und internationale Zusammenarbeit."

Mit Blick darauf, dass auch eine absolute Mehrheit für die AfD laut Umfragen nicht ausgeschlossen ist, sagte Sewing, er hoffe "persönlich darauf, dass das nicht passiert". Aus Gesprächen mit Investoren wisse er, dass viele große Sorge haben vor einem solchen Wahlausgang. "Die Wahlen treffen auf eine polarisierte Gesellschaft und eine politische Mitte unter Druck", sagte Sewing. "Das Ergebnis kann die politischen Verhältnisse in Ländern, Parteien und Bundesregierung weiter verkomplizieren."


Wirtschaftsboss alarmiert

Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt warnt der Chef von Siemens Energy mit Nachdruck vor der Wirtschaftspolitik der AfD. Das Programm der Partei, die unter anderem eine Rückkehr zu Kohle und Atomkraft fordert, sei schlecht für den Wirtschaftsstandort Deutschland und greife teilweise demokratische Strukturen an, sagte Christian Bruch der Deutschen Presse-Agentur. "Das halte ich für absolut kritisch."

Bruch betonte: "Unser Unternehmen und unsere deutschen Arbeitsplätze sind davon abhängig, dass wir exportieren, dass wir auch internationale Fachkräfte nach Deutschland holen und dass sich ausländische Investoren auf politische Stabilität verlassen können. Und wenn das nicht passiert, dann ist es für den Wirtschaftsstandort Deutschland nachteilig." Er blicke daher mit großer Sorge auf die Wahl am Sonntag in Sachsen-Anhalt. Der Verfassungsschutz stuft die AfD in dem Bundesland als gesichert rechtsextrem ein.


Signal nach Berlin?

Für den Fall einer absoluten Mehrheit der AfD haben Bund und Länder in Deutschland bereits beraten, wie sie negative Auswirkungen einer mutmaßlich radikalen AfD-Politik auf andere Landesteile Deutschlands verhindern können. Die AfD wiederum sieht einen Wahlsieg in Sachsen-Anhalt als Auftakt zu einer Regierungsübernahme in ganz Deutschland.

Ein Mann im blauen Anzug tupft sich mit einem Taschentuch die Stirn, Brille in der Hand.
© IMAGO/Future Image

Schulze gegen Links und Rechts

Ministerpräsident Schulze wiederum hat angekündigt, dass er auf keinen Fall Minister von AfD und Linken ins Kabinett berufen oder Koalitionen mit diesen beiden Parteien bilden werde. Er ließ offen, wie er für eine Minderheitsregierung mit SPD und Grünen nötige Mehrheiten organisieren würde. Ein Modell gibt es in der CDU-geführten Minderheitsregierung in Sachsen, die einen sogenannten Konsultationsprozess etabliert hat, um in Einzelfragen Mehrheiten bei Abstimmungen zu erhalten. Hintergrund ist der Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU, der eine formelle Zusammenarbeit mit AfD und Linken untersagt.


Siegmund will nur alleine

Für den Fall, dass die AfD eine absolute Mehrheit bekommen sollte, hat Siegmund radikale Veränderungen angekündigt. Falls er sie verfehlt, will er sich im neuen Landtag aber nicht einer Abstimmung zur Wahl des Ministerpräsidenten stellen. Siegmund schließt jede Koalition mit anderen Parteien aus.


"Dann warten wir mal ab"

Schulze gab seine Stimme in Magdeburg ab. Die Zeit des Wahlkampfs sei eine anstrengende Zeit gewesen, sagte der Ministerpräsident CDU-Spitzenkandidat vor dem Wahllokal. Zuvor war er gemeinsam mit seiner Frau an die Wahlurne getreten, um den Wahlzettel einzuwerfen. "Dann warten wir mal ab", sagte Schulze nach seiner Stimmabgabe.

Schulzes Kontrahent Siegmund wählte in seiner Heimat Tangermünde im Norden von Sachsen-Anhalt. Dort warteten viele Anhängerinnen und Anhänger auf ihn. Bei Schulzes Stimmabgabe waren deutlich weniger Menschen vor Ort, die meisten von ihnen Vertreterinnen und Vertreter der Presse.


Showdown um 18 Uhr

Die insgesamt 2.130 Wahllokale im Land haben heute noch bis 18.00 Uhr geöffnet, auch Briefwahlunterlagen können bis dahin noch abgegeben werden. Knapp 1,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren sind wahlberechtigt. Am Vormittag des Wahlsonntags "war eine reibungslose Abwicklung des Wahlgeschäftes zu verzeichnen", erklärte die Landeswahlleiterin. Es gebe "keine unverhältnismäßigen Wartezeiten".


Und er will es bleiben

Der amtierenden CSU-Ministerpräsident Sven Schule (47)

Sven Schulze wirft mit seiner Frau Kati Schulze seinen Stimmzettel in eine Wahlurne in Magdeburg ein.
© APA/AFP/RONNY HARTMANN

Er will erster AfD-Ministerpräsident werden

Ulrich Siegmund (35)

Ein lachender Mann wird im Freien herzlich von einem anderen Mann begrüßt, umgeben von einer Menschenmenge.
© IMAGO/Chris Emil Janßen

Hohe Walbeteiligung

Bis 12.00 Uhr hatten 34,7 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie die Landeswahlleiterin mitteilte. Zum gleichen Zeitpunkt im Wahljahr 2021 lag die Wahlbeteiligung den Angaben nach bei 22,4 Prozent. Am Ende betrug die Wahlbeteiligung damals 60,3 Prozent, darunter auch Briefwähler. Mit ersten Zwischenergebnissen für die Wahlkreise wird ab 19.00 Uhr gerechnet. Das vorläufige amtliche Endergebnis soll in der Wahlnacht oder am frühen Montagmorgen vorliegen.


Die Welt schaut auf Ostdeutschland

Erstmals könnte die AfD in einem deutschen Bundesland, Sachsen-Anhalt, den Ministerpräsidenten stellen. Um 18 Uhr schließen die Zahlen.

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