Machtkampf

Enger Vertrauter: Das plant Zeiler mit der SPÖ

Ein älterer Mann spricht mit Handgesten und Mikrofon während einer Veranstaltung auf der Bühne.
© APA/GEORG HOCHMUTH
Im Machtkampf um die SPÖ-Spitze fordert Gerhard Zeiler den amtierenden Chef Andreas Babler heraus. Ein enger Vertrauter spricht im oe24.TV-Interview über Pläne des Medienmanagers für die sozialdemokratische Partei.
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Wien. Medienmanager Gerhard Zeiler (71) hat bestätigt, dass er die SPÖ aus dem Umfragetief führen möchte. Wie sein Vertrauter Peter Pelinka (74) schildert, lautet Zeilers Devise dabei "Alles oder nichts". Er peilt sowohl den Parteivorsitz als auch das Amt des Vizekanzlers an und möchte die aktuelle Koalition beibehalten, statt in Neuwahlen zu gehen.

Pelinka: "Chancen stehen 50:50"

Medienberater Pelinka schätzt Zeilers Chancen, die Partei zu übernehmen, auf 50:50 ein. Neben den statutarischen Fragen wird man sehen, wie die Diskussionen innerhalb der SPÖ nun laufen werden. "Letztlich wird es gut ausschauen für Gerhard Zeiler, weil es eine große Chance ist für die SPÖ", prognostiziert Pelinka im oe24.TV-Interview. "Am Schluss wird er eine klare Mehrheit in der Partei für sich haben."

"SPÖ wird eine klare Mitte-Links-Partei"

Wie Gerhard Zeiler die SPÖ positionieren würde? Pelinka: "Die SPÖ wird eine klare Mitte-Links-Partei." Die Partei würde noch klarere Konturen setzen Richtung Wirtschaftsnähe. "Klare Signale muss es geben in Richtung Wirtschaftspolitik", so Pelinka. Und es müsse klare Signale in Richtung Zukunft geben. "Es ist unerträglich, dass Österreich sich krank geredet fühlen muss. Österreich ist ein tolles Land. Österreich steht gut da international, bei allen Schwächen die es gibt bei diesen und diesen Bereichen", sagt der Zeiler-Vertraute. "Wir haben überhaupt keine Notwendigkeit, Mauern aufzurichten und eine isolierte Position, wie es der Herr Kickl will, zu machen", so Pelinka. Gerhard Zeiler wäre ein absoluter "Anti-Kickl", ist sich der Medienberater sicher.

"Arbeiterbub aus Ottakring"

Gerhard Zeiler würde aufgrund seiner erfolgreichen Karriere als Manager gerade auch in ÖVP-Wählerschichten hineinbrechen. Zeiler ist ein klassischer Sozialdemokrat. Es ist ein Zeichen, dass "ein Arbeiterbub aus Ottakring durch Leistung es zu etwas bringen kann", so Pelinka.

Gerhard Zeiler (geboren 20. Juli 1955 in Wien) ist ein österreichischer Medienmanager, der nach beruflichen Anfängen als Pressesprecher in der SPÖ-Politik ab 1986 eine steile internationale Karriere in der Fernsehbranche absolvierte. Er prägte die europäische Medienlandschaft maßgeblich als Intendant des ORF, Geschäftsführer von Privatsendern wie Tele 5 und RTL Television sowie als langjähriger CEO der RTL Group. Seit 2012 ist Zeiler für WarnerMedia (ehemals Time Warner) tätig, wo er heute als President, WarnerMedia International das globale Geschäft der Bereiche Warner Bros, HBO und Turner außerhalb der USA verantwortet.

Alle Länderchefs getroffen

Zeiler hat inzwischen alle Landesparteiobleute getroffen und auch von seinen Ambitionen informiert - das erfuhr oe24 aus der SPÖ. Auch ein neuerliches Treffen mit dem burgenländischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil ist offenbar geplant - Doskozil gilt ja als erklärter Gegner Zeilers.

Ein älterer Mann sitzt im Fernsehstudio und gibt ein Interview bei Fellner! LIVE auf oe24.TV.
Peter Pelinka ist Medienberater und gilt als enger Vertrauter von Medienmanager Gerhard Zeiler. © Screenshot oe24.TV

Zweikampf Babler gegen Zeiler

Bei einem Zweikampf Babler gegen Zeiler käme dem Bundesvorstand dabei eine zentrale Rolle zu. Denn von der Parteizentrale bestätigt wird, dass dieses Gremium einen außerordentlichen Parteitag einberufen könnte. Das würde den Weg zu einem Machtwechsel deutlich leichter machen.

Ein Mann im Anzug geht mit Unterlagen eine prunkvolle Treppe mit rotem Teppich hinunter.
SPÖ-Parteichef Andreas Babler kämpft mit katastrophalen Umfragewerten. © APA/HELMUT FOHRINGER

Denn Zeiler würde es sich ersparen, die rund 12.500 Unterschriften unter Parteimitgliedern zu sammeln, um eine vorzeitige Vorsitzenden-Wahl zu erwirken. Damit hat das Spitzengremium der SPÖ quasi die Zügel in der Hand, will man einigermaßen rasch ein Ergebnis haben.

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Das aktuelle Parteistatut ist nicht immer übermäßig klar. Aber an sich ist festgelegt, dass der Vorstand die Direktwahl acht Wochen vor dem Wahltag kundzumachen hat. Das ergäbe schon einmal einen zweimonatigen Wahlkampf innerhalb der Partei.

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