Schock-Bilder

"Ewiges Eis" verschwindet: Tiroler Gletscher wird zum Schmelzwassersee

© APA/GREENPEACE/MITJA KOBAL
Das Eis verschwindet – und aktuelle Vorher-Nachher-Bilder machen die Entwicklung sichtbar. Beim Schlatenkees in Osttirol zeigt sich besonders deutlich, wie stark sich der Gletscher in wenigen Jahren verändert hat.
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Seit August 2019 dokumentiert Fotograf Mitja Kobal für Greenpeace die Entwicklung des Schlatenkees. Im Kessel des Gletschers, der zur Venedigergruppe in den Ostalpen gehört, ist die einst dicke Eisschicht im Laufe der Jahre weitgehend einem Schmelzwassersee gewichen.

Besonders deutlich wird der Rückgang auch anhand der Zahlen: Zwischen 1998 und 2022 schrumpfte die Gletscherfläche laut Nationalpark Hohe Tauern von 9,1 auf 6,8 Quadratkilometer. Das entspricht einem Verlust von 25 Prozent.

Auch der längenmäßige Rückgang ist enorm. Der Österreichische Alpenverein (ÖAV) stellte 2023 einen Rückgang von 93,7 Metern fest, wie Greenpeace berichtet.

"Die Gletscher sind ein Spiegel der Klimakrise"

Greenpeace-Klimaexpertin Jasmin Duregger warnt vor der Entwicklung. "Die Gletscher sind ein Spiegel der Klimakrise", erklärte sie.

Nach Angaben von Greenpeace ist das Verschwinden des "Ewigen Eises" dabei nicht nur eine Folge der Klimakrise. Die Umweltschutzorganisation weist auch darauf hin, dass intakte Gletscher die Atmosphäre aktiv kühlen können. Ihr Verlust könne dadurch zu einer zusätzlichen lokalen Erwärmung im Hochgebirge beitragen.

Österreich hat noch rund 900 Gletscher

Der Schlatenkees ist kein Einzelfall. In Österreich gibt es derzeit noch rund 900 Gletscher, vor allem in den zentralen und östlichen Alpen.

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Sie erfüllen auch eine wichtige Funktion als Wasserspeicher. Als Wasserreservoirs versorgen sie unter anderem Alpenflüsse und helfen vor allem in den Sommermonaten mit wenig Niederschlag dabei, den Wasserhaushalt zu stabilisieren.

Bis 2050 droht massiver Eisverlust

Wie dramatisch die Entwicklung weitergehen könnte, zeigt ein im März veröffentlichtes Teilergebnis des Forschungsprojekts "Wasser im Klimawandel", das im Auftrag des Umweltministeriums durchgeführt wird.

Demnach könnten bis 2050 zwischen 70 und 80 Prozent der Gletschermasse im Vergleich zu 2024 verloren gehen. Die unterschiedliche Spanne ergibt sich aus den zugrunde gelegten Klimaszenarien. Laut dem Forschungsergebnis war auch der Eisverlust in den Jahren davor stärker als bisherige Modellierungen angenommen hatten.

Greenpeace fordert angesichts der fortschreitenden Entgletscherung ein ambitioniertes Klimagesetz mit verbindlichen Pfaden zur Klimaneutralität bis 2040. Zudem sollen Umweltverträglichkeitsprüfungen bei Gletscher-Bauprojekten ausgeweitet werden.

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