"Kritik wird laut"

Gefängnisse außer Kontrolle: Nächste Bluttat in Knast

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Eine weiteres Todesopfer in einer österreichischen Justizanstalt sorgt für Aufsehen.
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Im Gang des Forensisch-Therapeutischen Zentrums (FTZ) Garsten ereignete sich am Montag eine brutale Bluttat. Ein bereits wegen Doppelmordes an einem alten Ehepaar verurteilter Häftling (63) soll dort mitten am Tag mit einem präparierten Buttermesser auf einen Mitinsassen (40) losgegangen sein. Das Opfer, das selbst wegen eines schweren Sexualdeliktes bereits seit seinen Teenagerjahren einsaß, erlitt mehrere Stichwunden im Brustbereich und in der Lunge - alles

Besonders brisant: Bereits bei dem grausamen Mord an dem betagten Ehepaar Hildegard (85) und Siegfried Sch. (87) im Jahre 2017 in Linz - der Killer hatte den Senioren mit einer "selbstkonstruierten" Holzkeule erschlagen und dessen Ehefrau in der Küche erdrosselt bevor er ein Feuer legte  - wollte der IS-Fanatiker Mohamed H. , der die Terror-Organisation damals verherrlichte, ein Exempel statuieren, genau wie beim aktuellen Fall.

Das Forensisch-Therapeutische Zentrum Garsten. © Googlemaps

Der Tunesier, der seit 1989 in Österreich lebt, hatte damals mehrere Jobs verloren, arbeitete als Gehilfe im Bioladen seiner Frau. Seine späteren beiden Opfer hatte er in deren Wohnung in der Voltastraße in Linz zwei Mal pro Woche mit Waren beliefert. Grund für seinen mörderischen Ausraster war: Der Sohn der Opfer Sohn des getöteten Paares arbeitete in FPÖ-geführter Landesabteilung.

2018 wurde der Tunesier in Linz zu lebenslanger Haft verurteilt und in ein forensisch-therapeutisches Zentrum eingewiesen. Die Psychiaterin Adelheid Kastner bescheinigte ihm eine "querulatorische Persönlichkeitsstruktur" und warnte damals schon vor einer von ihm ausgehenden Gefahr.

Dies sollte sich weiter mit dem dritten mutmaßlichen Mord bestätigen: Der erstochene Häftling in Garsten war hingegen ein Zufallsopfer. Der bereits 63-jährige Tatverdächtige gab an, den Mitinsassen aus Frust auf Ämter und Behörden attackiert zu haben.

Etliche Vorfälle in jüngster Zeit

Aufgrund der jüngsten Ereignisse geraten die Zustände in den heimischen Gefängnissen immer mehr unter Beschuss. System- und Personalmängel werden aktuell kritisiert. Das Justizministerium unter Leitung von Anna Sporrer (SPÖ) steht unter enormen Druck.

© oe24/APA

Denn nur zwei Wochen vor der Bluttat in Garsten, soll ein erst 17-Jähriger mit psychischen Auffälligkeiten in der Nacht auf den 1. September seinen Mithäftling (19) nach einer Auseinandersetzung bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und danach mit einer Einwegrasierklinge die Kehle durchgeschnitten haben.

justizanstalt klagenfurt
Die Justizanstalt in Klagenfurt. © TZOe Raunig

Geprüft wurde die Gefährlichkeit und Zurechnungsfähigkeit des 17-Jährigen- er hatte Angehörige mit dem Umbringen gedroht- nach seiner Einlieferung, das Gutachten lag zum Tatzeitpunkt allerdings noch nicht vor. Trotzdem war der Tatverdächtige im Normalvollzug untergebracht - auf engstem Raum zusammen mit dem späteren Todesopfer.

Erst am Mittwoch wurde ein Häftling in Graz wegen Vergewaltigung und schwerer Körperverletzung zu zehn Jahren und sechs Monaten verurteilt, weil er im September 2023 seinen Zellengenossen in der Justizanstalt Graz-Karlau vergewaltigt und schwer verletzt haben soll.

Ein Häftling der Justizanstalt Hirtenberg starb im Dezember nach einem heftigen Widerstand gegen seine geplante Überstellung in eine psychiatrische Abteilung. Dabei wurden der Insasse und sechs Justizbeamte verletzt, trotz Erste-Hilfe-Maßnahmen und notfallmedizinischer Versorgung starb er noch am selben Abend im Krankenhaus.

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Die Justizanstalt Hirtenberg. © TZOe Fally Gerhard

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