Doch die Flugzeuge werden nicht einfach verschrottet. Die US-Luftwaffe konserviert viele davon, baut Ersatzteile aus und hält ausgewählte Maschinen für eine mögliche Wiederverwendung bereit.
Das Gelände befindet sich auf der Davis-Monthan Air Force Base nahe Tucson. Der sogenannte "Boneyard" (zu Deutsch: Flugzeugfriedhof) umfasst rund 1.050 Hektar. Laut dem Magazin "Science Post" sind dort fast 4.000 Flugzeuge, etwa 6.650 Triebwerke und sogar 13 Raumfahrzeuge eingelagert.
Kein gewöhnlicher Flugzeug-Schrottplatz
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Hinter der riesigen Anlage steckt ein ausgeklügeltes System. Zuständig ist die 309th Aerospace Maintenance and Regeneration Group (AMARG). Die Spezialisten kümmern sich darum, dass die ausgemusterten Maschinen möglichst lange erhalten bleiben.
Dafür werden zunächst Flüssigkeiten aus den Flugzeugen entfernt. Cockpits und empfindliche Bauteile werden geschützt, spezielle Beschichtungen sollen Korrosion verhindern. Das trockene Wüstenklima spielt den Technikern dabei in die Hände: Feuchtigkeit und Rost sind deutlich weniger problematisch als in anderen Regionen.
Auch die Triebwerke werden sorgfältig gelagert. Sie kommen teilweise in spezielle Behälter, die mit Stickstoff gefüllt sind. Das soll Oxidation verhindern und wertvolle Bauteile schützen.
Manche Flugzeuge bekommen ein zweites Leben
Der Flugzeugfriedhof dient nicht nur als Ersatzteillager. Einige Maschinen können nach entsprechender Wartung wieder eingesetzt werden. Andere werden ausgeschlachtet oder erhalten eine völlig neue Aufgabe.
Ein Beispiel sind die kleinen Transportflugzeuge vom Typ C-23 Sherpa. Sie wurden zunächst auf dem Gelände eingelagert und später an den US Forest Service übergeben. Dort können sie für Feuerwehreinsätze genutzt werden, um Personal in schwer erreichbare Waldbrandgebiete zu bringen.
Ständig kommen weitere Maschinen hinzu. Erst im September 2026 wurden die letzten A-10-Kampfflugzeuge aus dem aktiven Dienst genommen. Einige davon wurden nach Davis-Monthan gebracht. Auch der letzte EC-130H Compass Call, ein Spezialflugzeug für elektronische Kriegsführung, wurde dort eingelagert.
Tausende Maschinen und ein Umweltproblem
So beeindruckend das riesige Lager ist, ganz ohne Schattenseiten ist der Betrieb nicht. Besonders problematisch sind sogenannte PFAS, auch als "Ewigkeitschemikalien" bekannt.
Die US-Luftwaffe verwendete auf der Basis zwischen 1971 und 2006 spezielle Löschschäume, die diese schwer abbaubaren Industriechemikalien enthielten. PFAS können sich in der Umwelt anreichern und stehen im Verdacht, gesundheitliche Schäden wie hormonelle Störungen, Immunschwächen und bestimmte Krebserkrankungen zu begünstigen.
Stadt verklagt US-Luftwaffe
Die möglichen Folgen beschäftigen auch die umliegende Region. In Tucson mussten nach Angaben des Berichts mehr als 30 Trinkwasserbrunnen sowie eine zentrale Wasseraufbereitungsanlage geschlossen werden.
Im Dezember 2024 verklagte die Stadt die US-Luftwaffe. Der Vorwurf: Der Militärbetrieb habe zur Verunreinigung der Wasserversorgung beigetragen.
Der Flugzeugfriedhof in Arizona bleibt damit ein außergewöhnlicher Ort mit zwei Gesichtern: Einerseits bewahrt das US-Militär dort wertvolle Technik und Ersatzteile für mögliche künftige Einsätze auf. Andererseits stehen die Umweltfolgen des jahrzehntelangen Betriebs zunehmend im Fokus.
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