Laut Studie: Ab so vielen Tassen Kaffee pro Tag altert das Gehirn schneller

Barista gießt Latte Art in eine Tasse Kaffee, Fokus auf das Muster im Milchschaum.
© Getty Images/iStockphoto
Kaffee gehört für Millionen Menschen zum unverzichtbaren Morgenritual und fixen Begleiter durch den Arbeitstag. Eine umfassende internationale Untersuchung warnt nun jedoch davor, dass ein übermäßiger Konsum die geistige Leistungsfähigkeit langfristig schwächen kann.
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Wissenschaftler:innen aus Australien und den Vereinigten Staaten präsentierten ihre aktuellen Forschungsergebnisse auf der renommierten Internationalen Konferenz der Alzheimer’s Association (AAIC). Im Zentrum der Untersuchung stand die Frage, wie sich der tägliche Konsum von Heißgetränken über mehrere Jahre hinweg auf die kognitive Gesundheit von Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter auswirkt. Für die Erhebung wurden die Daten von rund 8.500 Proband:innen herangezogen und über einen längeren Zeitraum hinweg detailliert analysiert.

Internationale Untersuchung mit 8.500 Probanden

Um exakte Vergleichswerte zu erhalten, teilte das internationale Forschungsteam die Studienteilnehmer in drei klar definierte Konsumgruppen ein:

  • Kein Kaffeekonsum: Personen, die gänzlich auf das Heißgetränk verzichteten
  • Moderater Konsum: Teilnehmer mit einem täglichen Genuss von ein bis drei Tassen
  • Hoher Kaffeekonsum: Vieltrinker, die regelmäßig vier oder mehr Tassen pro Tag zu sich nahmen

Fluide Intelligenz: Logisches Denken schwindet bei Vieltrinkern

Tasse frischer Espresso mit Crema, Nahaufnahme.
Cup of fresh espresso out of a espresso machine. © Getty Images

Bei der Auswertung der Testreihen legten die Experten den Fokus gezielt auf die sogenannte fluide Intelligenz. Dieser Bereich der Kognition ist im alltäglichen Leben von zentraler Bedeutung: Er steuert die Fähigkeit, logisch und abstrakt zu denken, neue Zusammenhänge rasch zu erfassen sowie komplexe Muster zu entschlüsseln.

Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Tendenz: Probanden aus der Gruppe mit hohem Kaffeekonsum wiesen einen signifikant schnelleren Abbau genau dieser geistigen Fähigkeiten auf. Neben Einbußen beim logischen Schlussfolgern machten sich auch klassische altersbedingte Defizite bemerkbar. So traten Einschränkungen beim aktiven Wortschatz sowie beim Zugriff auf das Allgemeinwissen bei Vieltrinkern deutlich früher und ausgeprägter in Erscheinung als bei Personen mit geringerem Kaffeekonsum.

Vier Tassen als kritische Schwelle für das Gehirn

Eine türkisfarbene Kaffeetasse mit schwarzem Kaffee steht auf einer passenden Untertasse.
. © Getty Images

Die Studiendaten markieren eine klare Grenze für den unbedenklichen Genuss. Ab der vierten Tasse Kaffee pro Tag wird laut den Wissenschaftler:innen ein kritischer Bereich erreicht, in dem sich die Wirkung des Heißgetränks ins Gegenteil verkehrt. Während moderate Mengen dem Körper nicht schaden, scheint das Gehirn bei einem dauerhaften Überschreiten dieser Marke messbar an Substanz zu verlieren.

Gleichzeitig geben die Mediziner:innen jedoch ausdrücklich Entwarnung für bewusste Genießer. Ein moderater Kaffeekonsum von ein bis drei Tassen täglich erwies sich in der Untersuchung als völlig unbedenklich und zeigte mitunter sogar leicht schützende Tendenzen. Zahlreiche frühere wissenschaftliche Arbeiten stützen diesen Befund: In Maßen genossen wird Kaffee regelmäßig mit einem verringerten Risiko für schwere Erkrankungen wie Diabetes, Parkinson oder Schlaganfälle in Verbindung gebracht.

Überraschender Gehirnschutz durch Teekonsum

Tee wird in eine geblümte Teetasse auf einer passenden Untertasse gegossen.
Tee © Getty Images

Einen bemerkenswerten Kontrast lieferte die zeitgleiche Analyse des Teekonsums. Bei Teilnehmern, die regelmäßig zu Tee griffen, dokumentierten die Forschenden völlig andere kognitive Verläufe:

  • Proband:innen mit regelmäßigem Teegenuss schnitten bei den Kognitionstests durchgehend besser ab als Nicht-Teetrinker
  • Besonders Vieltrinker mit vier oder mehr Tassen Tee pro Tag zeigten eine beachtliche geistige Stabilität
  • Die fluide Intelligenz blieb bei Teetrinkern im Untersuchungszeitraum messbar besser erhalten

Wichtige methodische Einschränkungen der Erhebung

Trotz der deutlichen Tendenzen mahnen die Studienautoren zur sachlichen Einordnung der Ergebnisse, da bei Beobachtungsstudien methodische Grenzen bestehen:

  • Die Konsumangaben beruhten auf Selbstauskünften der Teilnehmer:innen, was Raum für Ungenauigkeiten lässt
  • Frühere Konsumgewohnheiten in jüngeren Lebensjahren wurden in der Untersuchung nicht rückwirkend erfasst
  • Spezifische Zubereitungsarten, Röstungen sowie Kaffeesorten blieben unberücksichtigt
  • Mit einem Anteil von 60 Prozent war die Stichprobe überwiegend weiblich zusammengesetzt

Die Untersuchung verdeutlicht, dass bei Kaffee vor allem das richtige Maß entscheidend ist. Wer täglich zu mehr als drei Tassen greift, sollte seinen Konsum der geistigen Fitness zuliebe kritisch hinterfragen oder öfter zur Teetasse greifen.

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