Frankreich

Mehr als 500 Festnahmen am Rande von Protesten

Polizisten in Kampfmontur stoßen bei Protesten in Paris auf Demonstranten.
© Getty Images
Bei Ausschreitungen am Rande der Proteste in Frankreich sind mehr als 500 Menschen festgenommen worden.
OE24 auf Google bevorzugen

Innenminister Laurent Nuñez sprach am Samstagabend von 520 Festnahmen. Die Zahl dürfte im Verlauf des Abends noch steigen. Nach einem ruhigen Start des landesweiten Protesttags kam es am späten Nachmittag zu ersten Spannungen. Unter anderem in Paris und Lyon setzten Ordnungskräfte Tränengas ein. Laut Innenministerium nahmen 320.000 Menschen an Demonstrationszügen teil.

In Paris waren Explosionen von Feuerwerkskörpern zu hören, Bilder im Sender BFMTV zeigten, wie Einsatzkräfte von Flammen erfasst wurden. In Marseille zeigten Bilder brennende Gegenstände auf der Straße und den Einsatz von Feuerwehrkräften. Auch in Rennes und Toulouse kam es Medien zufolge zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. In Rennes schossen Individuen der zuständigen Präfektur zufolge Wurfgeschosse in Richtung von Polizeibeamten.

Situation in Paris spitzte sich zu

Die Situation in der Hauptstadt spitzte sich zu, nachdem der dortige Demonstrationszug am Endpunkt seiner Route an der Porte de Chanteron am Stadtrand angekommen war. Spezialeinheiten der Polizei forderten die Demonstrierenden Berichten zufolge auf, den Ort zu verlassen. Die Auflösung kam nur langsam voran. Zuvor hatte der Pariser Polizeipräfekt Patrice Faure noch im Sender BFMTV gesagt, dass die Demonstration reibungslos zu verlaufen scheine.

Zu den Kundgebungen aufgerufen hatten Gewerkschaften, Schüler-und Studierendenorganisationen sowie die Gelbwesten-Bewegung. Sie wollen ihrem Ärger etwa über hohe Lebenshaltungskosten und marode Schulen Luft machen. Auch der Präsidentschaftskandidat der Linken, Jean-Luc Mélenchon, mischte sich in Paris unter die Demonstranten.

Präventive Maßnahmen dienten dazu, Personen zu erkennen, die gewalttätig werden wollen, teilte die Pariser Polizeipräfektur auf X mit. Sie will verhindern, dass jemand Feuerwerkskörper, Stichwaffen oder andere verbotene gefährliche Gegenstände in die Demonstrationszüge mitbringt.

Tag mit "sehr großem Risiko"

Der französische Innenminister Laurent Nuñez hatte zuvor von einem Tag mit "sehr großem Risiko" gesprochen. Es gebe äußerst beunruhigende Aufrufe zu Plünderungen und Ausschreitungen, sagte er. Behörden halten es für möglich, dass das Halloween-Fest am selben Tag Gelegenheit dazu bieten könnte, sich zu maskieren und in der Form Straftaten zu begehen. In mehreren Städten wurden für Ausgangsbeschränkungen verhängt, etwa für bestimmte Orte oder für Minderjährige.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden