Hacker hatten am Donnerstag Kryptowährungen im Wert von rund 6,3 Milliarden Dollar (5,6 Milliarden Euro) erbeutet. Jetzt stellt das Unternehmen mehr als 6,3 Milliarden Dollar bereit, um den Schaden aufzufangen und seine Kunden zu schützen.
Binance-Co-Chef Richard Teng (57) kündigte am Freitag auf der Plattform X an, dass kein Nutzer für den Angriff bezahlen müsse. Das Unternehmen habe bereits mehr als 6,34 Milliarden Dollar zur Deckung der Verluste reserviert. Rund fünf Milliarden Dollar davon seien bereits in den betroffenen Kryptowährungen vorhanden. Die fehlenden Beträge sollen über Käufe am Markt und außerbörsliche Geschäfte beschafft werden.
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Die Wiederaufnahme der Auszahlungen soll schrittweise erfolgen. Binance peilt dafür rund 34 Stunden an, allerdings nur, wenn die notwendigen Sicherheitsprüfungen erfolgreich abgeschlossen werden.
Nordkorea hinter dem Milliarden-Raub?
Besonders brisant ist die mögliche Spur nach Nordkorea. Die Blockchain-Analysefirma TRM Labs vermutet die Hackergruppe "TraderTraitor" hinter dem Angriff und spricht von einer hohen Sicherheit bei dieser Einschätzung. Die Gruppe wird mit Nordkoreas berüchtigtem Lazarus-Netzwerk in Verbindung gebracht.
Der Großteil der Beute wurde innerhalb von nur rund 20 Minuten abgezogen. Laut TRM Labs handelt es sich um den größten Krypto-Diebstahl, der bisher dokumentiert wurde. Eine offizielle Bestätigung der Täterschaft durch Binance oder Ermittlungsbehörden gibt es bislang nicht.
Etwa drei Milliarden Dollar der gestohlenen Vermögenswerte konnten nach Angaben der Kryptobörse und ihrer Partner bereits eingefroren werden. Besonders die Stablecoin-Anbieter Tether und Circle halfen dabei, verdächtige Gelder zu sperren. Weitere Milliarden befinden sich allerdings weiterhin im Zugriff der Angreifer.
Laptop als mögliches Einfallstor
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Erste Untersuchungen von Binance deuteten darauf hin, dass ein kompromittierter Laptop eines Mitarbeiters aus dem Bereich DevOps den Angriff ermöglicht haben könnte. Darüber sollen die Täter Zugriff auf ein technisches System erhalten und unerlaubte Auszahlungen ausgelöst haben.
Inzwischen hat Binance allerdings weitere mögliche Angriffspunkte entdeckt. Der genaue Ablauf ist deshalb noch Gegenstand der Ermittlungen. Hinweise darauf, dass private Wallet-Schlüssel gestohlen wurden, gebe es bislang nicht.
Besonders brisant: Nur zwei Tage vor dem Angriff hatte Binance noch erklärt, mehrere Cyberangriffe mit Verbindungen nach Nordkorea abgewehrt zu haben. Damals sollen die Täter unter anderem gefälschte Bewerbungsgespräche genutzt haben, um Mitarbeiter ins Visier zu nehmen.
Bitcoin stürzt nach Hack ab
Die Nachricht vom Milliarden-Raub erschütterte auch den gesamten Kryptomarkt. Der Bitcoin fiel zeitweise auf rund 76.600 Dollar und erreichte damit den tiefsten Stand seit mehreren Wochen. Auch andere Kryptowährungen gerieten unter Druck. Der Binance-eigene Token BNB verlor zeitweise mehr als sieben Prozent.
Der Angriff trifft die Branche an einer empfindlichen Stelle: Binance zählt zu den wichtigsten Handelsplattformen der Welt. Jeder Zweifel an der Sicherheit der Börse kann das Vertrauen in den gesamten Kryptomarkt erschüttern.
Für Nordkorea wäre ein solcher Coup ein weiterer gigantischer Erfolg im digitalen Diebstahlgeschäft. Laut der Analysefirma Chainalysis erbeuteten nordkoreanische Hacker im gesamten Jahr 2025 bereits rund zwei Milliarden Dollar. Der aktuelle Binance-Angriff würde diese Summe um ein Vielfaches übertreffen.
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