Lärm bei russischer Botschaft verstummt

Die russische Flagge weht vor einem Gebäude und Bäumen in Wien.
© APA/GEORG HOCHMUTH
Ein seit Monaten vorhandenes Dauergeräusch um die russische Botschaft in Wien ist am Freitag verstummt.
OE24 auf Google bevorzugen

Nachdem die APA am Dienstag die Lärmbelästigung öffentlich gemacht hatte, hatten sich zuständige Magistratsabteilungen sehr intensiv mit ihr beschäftigt, am Dienstag eine Messung durchgeführt und am Donnerstag laut ORF Wien eine Gesundheitsgefährdung für Anrainer konstatiert. Zudem wurden Dachventilatoren auf einem Gebäude der russischen Botschaft als Quelle identifiziert.

Nachdem das surrende Geräusch mit auffälliger Komponente um etwa 790 Hertz in der zweiten Tageshälfte des Freitag plötzlich verschwand, war laut APA-Beobachtungen auch am Samstagabend nichts mehr davon zu vernehmen - laufende Motoren von Polizeifahrzeugen dominierten die Geräuschkulisse in der Reisnerstraße (Wien-Landstraße). Zuletzt hatten sich Anrainer im Botschaftsviertel massiv belästigt gefühlt und die Hausverwaltung einer benachbarten Liegenschaft aus diesem Grund bereits Anfang Mai die Wiener Baupolizei kontaktiert.

Erste Hinweise auf russische Botschaft im Mai

"Mehrere Wohnungseigentümer berichten seit geraumer Zeit über eine deutliche Lärmbelästigung, die sowohl tagsüber als auch insbesondere nachts wahrgenommen wird. Die Geräusche werden als durchgehend bzw. regelmäßig auftretend beschrieben und dürften von einer technischen Anlage (z. B. Heizung, Lüftung oder Klimaanlage) von der russischen Botschaft stammen", hieß es in dem der APA vorliegenden Mail. Ende Juli beschwerte sich die Hausverwaltung schriftlich auch bei der russischen Botschaft.

Wahrgenommen wurde der Lärm aber auch in der benachbarten deutschen Botschaft, wo von einer "störenden Geräuschentwicklung" die Rede war. Nichts wollte man indes in der russischen Botschaft bemerkt haben: "Wir können bestätigen, dass wir keinerlei Lärm empfinden und keine Beschwerden von der Nachbarschaft dazu bekommen haben", hatte das Botschaftsteam am Montag eine APA-Anfrage beantwortet.

Elektronische Dacheinbauten am Botschaftsgebäude

Die russische Botschaft in Wien mit Bäumen im Vordergrund und gehisster russischer Flagge.
© APA/GEORG HOCHMUTH

Auch nach dem Verschwinden des Störgeräuschs bleiben genaue Hintergründe unklar. Als Geräuschquelle seien im Zuge einer Messung die beiden Dachventilatoren auf dem Gebäude der Reisnerstraße 45 festgestellt wurden, berichtete ORF Wien am Freitagabend mit Verweis auf die Baupolizei. Gemeint ist damit ein unter anderem für konsularische Zwecke verwendetes Gebäude der russischen Botschaft, das an eine Wiener Volksschule angrenzt. Möglich wäre ein Zusammenhang der Ventilatoren mit einer großen technischen Anlage: Laut Anrainerbeobachtungen war ausgerechnet am Dach dieses Hauses vor einigen Jahren in großem Ausmaß Elektronik eingebaut wurden. Auch Luftbilder zeigen eine auffällige Dachverkleidung im Ausmaß von etwa 20 Quadratmetern.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden