Angesichts steigender Energiepreise suchen viele nach einfachen Möglichkeiten, ihre Heizkosten zu senken. Dabei gibt es einen praktischen Trick, den kaum jemand kennt: den sogenannten Wintermodus bei Fenstern. Mit wenigen Handgriffen kannst du deine Fenster optimal auf die kalte Jahreszeit einstellen und so wertvolle Heizenergie sparen. Wie das funktioniert und worauf du achten solltest, erfährst du hier.
Der "Wintermodus" beim Fenster
Einen echten Schalter mit der Aufschrift "Winter" oder "Sommer" suchst du an deinem Fenster natürlich vergeblich. Wenn Experten vom Wintermodus sprechen, meinen sie den sogenannten Anpressdruck. Das ist die Kraft, mit der der Fensterflügel beim Schließen gegen den äußeren Rahmen und die Gummidichtungen gepresst wird.
Der Sommermodus (Standard): Der Anpressdruck ist etwas lockerer. Das schont die Gummidichtungen vor Verschleiß und sorgt an warmen Tagen für eine leichte Mikrozirkulation der Luft.
Der Wintermodus: Der Anpressdruck wird erhöht. Das Fenster schließt fest ab, die Dichtungen werden fest zusammengedrückt, kalte Zugluft bleibt draußen und die teure Heizwärme drinnen.
Papiertrick: Brauchen deine Fenster den Wintermodus?
Bevor du jetzt sofort zum Werkzeug greifst, solltest du prüfen, ob deine Fenster überhaupt nachjustiert werden müssen. Dafür gibt es den einfachen Papiertest: Nimm ein gewöhnliches Blatt Papier, klemme es zwischen Fensterrahmen und Fensterflügel und schließe das Fenster.
- Fällt das Papier fast von selbst heraus oder lässt es sich ganz leicht ziehen? Dann ist der Anpressdruck zu gering. Warme Luft entweicht ungehindert nach draußen. Zeit für den Wintermodus.
- Reißt das Papier oder lässt es sich nur mit viel Mühe herausziehen? Dein Fenster ist bereits dicht genug und du musst nichts ändern.
So stellst du den Anpressdruck ein
Du brauchst dafür in der Regel nur einen handelsüblichen 4-mm-Inbusschlüssel, bei manchen Modellen auch einen Schraubendreher, einen Flachschlüssel oder eine Zange.
1. Fenster öffnen und Zapfen finden
Öffne dein Fenster komplett. An der Kante des Fensterflügels findest du kleine Metallzapfen, die sogenannten Schließzapfen oder Rollzapfen. Bei normalen Fenstern sind das oft drei bis fünf Stück, die rundherum verteilt sind.
2. Die Markierung prüfen
Schau dir die Zapfen genau an. Viele haben eine kleine Markierung, zum Beispiel einen eingestanzten Punkt oder einen kleinen Strich. Oft sind die Zapfen auch leicht oval (exzentrisch) geformt.
3. In den Wintermodus drehen
Setze dein Werkzeug an und drehe den Zapfen. Als Faustregel gilt: Zeigt die Markierung (oder die dickere Seite des Zapfens) nach innen in Richtung der Gummidichtung bzw. des Wohnraums, erhöhst du den Anpressdruck, das Fenster ist jetzt im Wintermodus. Zeigt die Markierung nach außen, ist der Sommermodus aktiv.
Ganz wichtig: Drehe unbedingt alle Zapfen an einem Fensterflügel in dieselbe Position, damit sich das Fenster beim Schließen nicht verzieht.
Experten-Warnung: Bitte nicht übertreiben
Der Wintermodus ist ein genialer Lifehack, um bei Zugluft sofort Heizkosten zu sparen. Dennoch weisen Profis auf eine wichtige Sache hin: Ein dauerhaft zu hoher Anpressdruck quetscht die Gummidichtungen extrem stark zusammen. Auf Dauer können diese dadurch porös werden und schneller kaputtgehen.
Ist dein Fenster also optimal eingestellt und lässt auch in der Standard-Einstellung keine Luft durch, brauchst du keinen saisonalen Wechsel durchzuführen. Falls du den Wintermodus jedoch nutzt, um über die kalten Monate zu kommen, solltest du nicht vergessen, den Druck im Frühjahr wieder zu lockern, um das Material zu schonen.
Noch ein Tipp: Wenn sich der Fenstergriff nach der Umstellung nur noch mit roher Gewalt herunterdrücken lässt, war der Druck definitiv zu hoch.
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