"Tut irgendwie weh"

Sturm trauert "Lucky Punch" nach

Ein Mann mit Bart und kurzem Haar lächelt im Stadion, trägt dunkle Jacke und weißes Shirt.
© APA/ERWIN SCHERIAU
Sturm Graz hat den schon beim 2:1 gegen den LASK gezeigten positiven Trend auch in der Fußball-Europa-League fortgesetzt.
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Das Heim-0:0 am Mittwoch gegen Stade Rennes erfüllte Trainer Fabio Ingolitsch mit großer Zufriedenheit, obwohl ein Wermutstropfen blieb: Mit etwas mehr Spielglück wäre sogar ein Sieg gegen die französische Spitzenmannschaft möglich gewesen, betonte der 34-Jährige. "Es tut irgendwie weh, dass wir nicht den 'Lucky Punch' gezogen haben."

Die Steirer waren dem Ligue-1-Dritten zwar wie erwartet spielerisch unterlegen, dennoch hätten drei Punkte herausschauen können. "Wenn ich sehe, wie wir uns ins Spiel reingearbeitet haben, wie unsere junge, hungrige Truppe - die jüngste am heutigen Europa-League-Spieltag (Anm: 22,9 Jahre) - Mann gegen Mann verteidigt hat über den ganzen Platz, wie wir mutig waren, wie wir das Momentum in der Schlussphase auf unserer Seite hatten mit der einen oder anderen guten Möglichkeit und den vielen Standardsituationen, ist es ein bisschen schade, dass man keinen Heimsieg über die Linie bringt", sagte Ingolitsch.

Dennoch sei er "sehr stolz auf die Mannschaft, wie sie aufgetreten ist. Wir wollen Punkte hamstern, und da ist ein Punkt gegen einen starken Gegner sehr, sehr wichtig." Dem 1:0 war Sturm bereits nach einer halben Stunde nahe, allerdings wurde der Treffer von Paul Koller zurückgenommen, weil zuvor der im Abseits stehende Jacob Hödl einen Gegenspieler geblockt hatte - zum Unverständnis von Ingolitsch. "Regulativ gesehen ist das schwierig einzuordnen", meinte der Salzburger.

Zwei Spieler in schwarzen Trikots und ein Spieler in weiß kämpfen im Strafraum um den Ball.
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"Arsenal-Effekt" traf Sturm

In diesem Zusammenhang verwies Ingolitsch auf Arsenal, das in der vergangenen Saison bei Standards sehr erfolgreich mit Blocks agiert hatte. "Jeder hat versucht, vieles von ihnen zu kopieren - die haben gefühlt jedes Tor mit Blocks erzielt. Aber das Schiedsrichtertrio hat mir gesagt, dass sie versuchen, diesem Trend entgegenzuarbeiten", erzählte der Coach. "Da müssen wir uns noch einmal gut informieren und unsere offensiven Abläufe vielleicht adaptieren, wenn das der neue Trend in Europa ist."

Von der Aberkennung des Tores ließ sich Ingolitsch allerdings nicht die Laune verderben, dafür war die Freude über den Punktgewinn zu groß - zumal das Remis nicht in Bestbesetzung erkämpft wurde. Der angeschlagene Jon Gorenc Stankovic kam erst im Finish, Albert Vallci musste zur Pause in der Kabine bleiben, Seedy Jatta ist verletzt und Otar Kiteishvili schaute aus Gründen der Belastungssteuerung zu. "Wenn ich mir denke, wie viel Potenzial wir momentan noch gar nicht ausschöpfen können, weil sie nicht da sind, macht das schon Lust auf mehr", sagte Ingolitsch.

Der frühere Altach-Trainer hob auch die Ausgewogenheit in seiner Truppe hervor. "Wir haben einen guten Kader, wir haben einen breiten Kader, wir haben Spieler, die andere ersetzen können. Ich glaube, das ist auch gut für die Hygiene in der Mannschaft, dass man wirklich merkt, dass es nicht nur so eine Floskel ist, dass man jeden braucht, sondern dass man wirklich jeden braucht und dass er dann einfach auch die Chance kriegt."

Sturm-Goalie Chudjakow hielt Punkt fest

Zudem gab es Sonderlob für Goalie Danijl Chudjakow, der Sturm mit einigen Glanzparaden vor einem Gegentor bewahrte. "Wie er sich reinentwickelt hat und von Woche zu Woche stabile Leistungen bringt in dem jungen Alter, ist fantastisch", sagte Ingolitsch über den 22-jährigen Russen.

Chudjakows Qualitäten werden auch am Sonntag auswärts gegen Red Bull Salzburg und am 15. Oktober gefragt sein, wenn man in der Europa League bei Bournemouth antritt. Gecoacht wird der Premier-League-Verein von einem alten Bekannten - Marco Rose ist dem Sturm-Trainer aus gemeinsamen Zeiten bei Salzburg bestens bekannt. "Er ist ein supercooler Typ. Wir wissen, wie die Karten verteilt sind, aber wir freuen uns auf dieses Highlight", erklärte Ingolitsch.

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