Feuerpause endet

Ukraine bringt fast 200 Zivilisten aus Cherson in Sicherheit

Ein Mann und eine Frau umarmen sich emotional, beide in eine ukrainische Flagge gehüllt.
© Getty Images
Das ukrainische Militär hat kurz vor dem Auslaufen einer lokalen Waffenruhe 167 Menschen aus bedrohten Gebieten der südlichen Region Cherson evakuiert.
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Unter den Evakuierten seien 22 Kinder und 21 Menschen mit eingeschränkter Mobilität, teilte der ukrainische Generalstab am Sonntag mit. Die sechstägige Feuerpause in der russisch besetzten Stadt Oleschky und Umgebung sollte um Mitternacht Moskauer Zeit (21.00 Uhr MEZ) enden.

Der Gouverneur der Region Cherson, Olexander Prokudin, rief die Bewohnerinnen und Bewohner zur Wachsamkeit auf. Er warnte zudem eindringlich davor, Gebiete in der Nähe des Flusses Dnipro zu betreten, da die Intensität der russischen Angriffe dort hoch bleibe.

Waffenruhe wird wohl nicht verlängert

Die lokale Waffenruhe, die am Dienstag begann und von beiden Kriegsparteien eingehalten wurde, war nach Vermittlungsbemühungen von US-First Lady Melania Trump und unter Beteiligung von Papst Leo XIV. zustande gekommen. Es handelte sich um die längste lokale Unterbrechung der Kämpfe seit Beginn der russischen Großinvasion im Februar 2022.

Eine Verlängerung der Feuerpause hat Russland nach ukrainischen Angaben abgelehnt. Ein ranghoher ukrainischer Regierungsvertreter sagte der Nachrichtenagentur AFP am Sonntagabend wenige Stunden vor Auslaufen der Waffenruhe, das Außenministerium in Kiew habe Moskau eine Verlängerung vorgeschlagen. "Die Russen wollen nicht", fügte er hinzu.

Evakuierungen auch am Samstag

Bereits am Samstag waren Bewohner aus Oleschky in die Ukraine gebracht worden. Sie reisten zunächst mit Bussen über die von Russland bereits 2014 annektierte Halbinsel Krim in die russische Stadt Anapa und flogen von dort nach Belarus, von wo aus sie in die Ukraine weiterreisten. Der Sprecher des Präsidialamtes in Moskau, Dmitri Peskow, sagte russischen Nachrichtenagenturen zufolge, man bewerte den Ablauf des Einsatzes in Oleschky sowie die Koordination zwischen den Menschenrechtsbeauftragten beider Länder positiv.

Russische Streitkräfte hatten die Stadt am Fluss Dnipro unmittelbar nach der Invasion im Februar 2022 unter ihre Kontrolle gebracht. Ukrainische Truppen eroberten jedoch noch im selben Jahr einen großen Teil der Region zurück, einschließlich der Gebietshauptstadt Cherson. In anderen Teilen der Ukraine gingen die Kämpfe am Sonntag weiter. Regionale Behörden meldeten mindestens zwei Todesopfer bei Angriffen in der Region Sumy an der russischen Grenze und in der zentralukrainischen Region Winnyzja.

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