Der Mann steht offenbar kurz vor der Heiligsprechung, zumindest was seine Umfragewerte betrifft. Seit fast zwei Jahren ist Mario Kunasek steirischer Landeshauptmann, der erste Blaue in der grünen Mark. Man sollte also meinen, der Zauber des Anfangs ist verflogen.
Denkste. Der Mann hat zwar weiter mit dem höchsten Schuldenstand aller Bundesländer zu kämpfen, die von der FPÖ so bekämpften Spitalsschließungen kommen jetzt in dem neuen Gewand von "Spezialisierungen der Standorte", auch in die steirische Sozialpolitik wird ordentlich hineingeschnitten.
Trotzdem ist Mario Kunasek derzeit unter den neun Landeshauptleuten der weitaus beliebteste. 33 % haben von ihm im aktuellen Landeshauptleute-Barometer der Lazarsfeld-Gesellschaft für oe24 (1.000 Befragte vom 21. bis 22. 9.) einen guten Eindruck, nur 17 % einen schlechten - macht einen Ergebnissaldo von sage und schreibe +16 Prozent.
Nur zum Vergleich: Der beliebteste Bundespolitiker ist derzeit Herbert Kickl, doch Kunaseks Parteifreund und -Chef kommt nur auf -5. Das ist übrigens auch der Wert des zweitbesten Landeshauptmannes Hans Peter Doskozil aus dem Burgenland.
Der "Mario" kommt betont normal daher, anders als Kickl wirkt er alles andere als radikal. Und obwohl die steirische Landes-FPÖ lang eine der rechtesten galt, hält Kunasek sorgsam Distanz zu den rechtsextremen Identitären. Und: Er kann auch mit den anderen Parteien, sogar zur Kommunistin Elke Kahr gibt es so etwas wie einen Gesprächskanal.
Ist Kunasek der bessere Kanzlerkandidat?
Kein Wunder, dass in der FPÖ immer häufiger sein Name zu hören ist, wenn es um den nächsten Kanzler(-kandidaten) geht. Es stimmt schon, dass Kickl die FPÖ zum größten Wahlsieg bisher und zu Rekordumfragewerte geführt hat. Kickl hat aber auch die Kanzlerschaft verspielt, ob ihn eine andere Partei je zum "Volkskanzler" macht, ist mehr als fraglich. Mit dem "Mario" hat keiner ein Problem.
Doch zurück zu den Landeshauptleuten: Hinter "Dosko" auf Platz 3 kommt Markus Wallner (ÖVP) - die teilweise strafwürdigen Machenschaften im Ländle-Wirtschaftsbund scheinen an ihm abzuperlen. Ebenfalls ganz gut liegt der neue Landeshauptmann von Kärnten, Daniel Fellner. Allerdings: Bis auf Kunasek sind sie alle im Minus.
Fellner (SPÖ), der Oberösterreicher Thomas Stelzer, Anton Mattle aus Tirol und Johanna Mikl-Leitner aus NÖ (alle drei ÖVP) sind es auch, die die nächsten Landtagswahlen 2027 und 2028 zu schlagen haben. Anders als Stelzer und Mikl wettert der eher stille Mattle nie gegen die Bundesregierung. Nun, er hat die schlechtesten Werte der Genannten, verliert sogar einen Prozentpunkt. Stelzer und Mikl können sich hingegen erholen, legen jeweils zwei Punkte zu,
Schlusslicht ist hingegen der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig. Der gilt in der Bundeshauptstadt als hochgeachtet - er dürfte an dem allgemeinen Malus leiden, der den Wienern im restlichen Bundesgebiet so heftig entgegen schlägt,
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