Deutsche Probleme

Warnstreik bei Audi

Audi-Logo am Werk in Neckarsulm mit Baustellenabsperrung und gelber Warnleuchte im Vordergrund.
© EPA
Für heute sind die Belegschaften in 41 Betrieben zum Arbeitsausstand aufgerufen. Scharfe Kritik an Vorstand Döllner wird immer lauter, der im Trump-Wahlkampf mitgemischt hat.
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Bei einem nächtlichen Warnstreik in Ingolstadt haben nach Angaben der deutschen Gewerkschaft IG Metall rund 3.000 Audi-Mitarbeiter höhere Löhne gefordert und gegen Einsparungen protestiert. Landesbezirksleiter Horst Ott attackierte darüber hinaus Audi-Chef Gernot Döllner für dessen Auftritt bei einem Wahlkampftermin von US-Präsident Donald Trump.

"Armselig"

"Auf diese Art Audi zu vertreten, ist armselig", sagte Ott nach Angaben eines Sprechers bei der bisher größten Kundgebung der derzeitigen Warnstreikwelle in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie.

Arbeitsniederlegungen in 41 Betrieben

Für heute ruft die IG Metall die Belegschaften in 41 Betrieben zu vorübergehenden Arbeitsniederlegungen auf. Größere Kundgebungen sind in Augsburg, Passau und Aschaffenburg geplant.

  • Audi steht wirtschaftlich unter Druck und will Kosten sparen, Döllner hatte in den USA den Bau eines neuen Werks angekündigt.
  • In Deutschland beruft sich der Vorstand auf die sogenannte "Schlechtwetterklausel", die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über Sparmaßnahmen vorsieht, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stark verschlechtern.
  • Zur Diskussion steht vor allem die mögliche Schließung des Audi-Werks in Neckarsulm (im Bild oben zu sehen).

"Eine solche Art von Führung habt Ihr nicht verdient"

"Dass Audi in den USA produzieren will, halte ich für richtig", sagte Ott - im Gegensatz zu den Konkurrenten BMW und Mercedes hat das zum VW-Konzern gehörende Unternehmen dort bisher kein eigenes Werk. "Was falsch ist, ist der Zeitpunkt." Das sei instinktlos und respektlos gegenüber den Menschen an den deutschen Standorten. "Eine solche Art von Führung habt Ihr nicht verdient", sagte der Landesbezirksleiter.

Ein Mann spricht an einem Rednerpult mit dem Siegel des US-Präsidenten; Menschen im Hintergrund.
Donald Trump mit Audi-CEO Gernot Döllner © APA/AFP/BRENDAN SMIALOWSKI

Die IG Metall Vertrauenskörperleiterin bei Audi, Karola Frank, forderte eine "belastbare Zukunftsperspektive" für die beiden deutschen Werke in Ingolstadt und Neckarsulm und hielt dem Vorstand die sinkenden Absatzzahlen vor: "Die Führungsetage zieht die Schlechtwetterklausel, weil sie es nicht schaffen, unsere Autos zu vermarkten und zu verkaufen."

Bei der Tarifrunde hatten die Arbeitgeber vergangene Woche ein Angebot unter der Inflationsrate vorgelegt, das Reallohnverzicht bedeuten würde: ein zweijähriger Tarifvertrag mit einer Einmalzahlung in Höhe von 1 Prozent des Bruttojahresgehalts im Sommer 2027 und einer Tariferhöhung um 1,3 Prozent im Sommer 2028.

"Unsere Rechnungen kommen jeden Monat, nicht erst im Sommer 2028", sagte Frank dazu. Die IG Metall fordert fünf Prozent höhere Entgelte und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 110 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

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