Sad Desk Lunch
Warum wir nicht alleine essen sollten
Der Trend zum sogenannten "Sad Desk Lunch" hält ungebrochen an. Immer mehr Menschen schlingen ihr Essen im Alltag alleine und oft nur nebenbei hinunter. Doch wer auf Gesellschaft beim Speisen verzichtet, verpasst nicht nur wichtige psychologische und soziale Vorteile. Laut einer neuen Studie im Fachjournal "Science Advances" verzichten wir dabei auch auf körperliche Effekte für unsere Gesundheit.
Blutzucker steigt alleine deutlich schneller
Ein Forschungsteam um die Wissenschaftlerin Shir Atzil von der Hebräischen Universität Jerusalem und dem Sheba Medical Center hat dieses Phänomen genauer untersucht. Das faszinierende Ergebnis der Daten: Gemeinsam mit geliebten Menschen zu essen, hat einen direkten, positiven Einfluss auf den Blutzucker. Nach Mahlzeiten in Gesellschaft steigt die Glukosekonzentration im Blut messbar langsamer an, als bei Personen, die ihre Speisen alleine verzehren.
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Schneller schlapp
Das hat handfeste Vorteile für unsere Gesundheit. Ein häufig hoher Blutzuckerspiegel belastet auf Dauer die Gefäße. Nach extremen Spitzen – etwa durch das Essen von Süßigkeiten – fällt der Wert zudem oft rasch wieder ab, wodurch man sich schlapp fühlt und schnell neuen Hunger entwickelt. Ein nur langsam steigender und insgesamt niedrigerer Blutzuckerspiegel hält die Energie hingegen konstant. Dieser Effekt kann durch gemeinsame Mahlzeiten offenbar verstärkt werden.
Die gesundheitlichen Vorteile gehen laut der Studie aber noch weiter. Das Speisen in der Gruppe hilft dabei, die Temperatur zu regulieren und Stress zu reduzieren. Dieser positive Effekt zeigte sich bei Erwachsenen ebenso wie bei Kindern, selbst wenn äußere Stressfaktoren reduziert wurden und sich die Essenden gar nicht berührten.
Familientisch wichtig für Kinder
Darüber hinaus bringt das gemeinsame Essen in der Gruppe weitere psychologische Aspekte mit sich. Es fördert die Verbundenheit und lässt uns vorübergehend toleranter sowie empathischer agieren. Besonders bei Kindern, die regelmäßig mit der Familie am Tisch essen und den Fernseher ausgeschaltet lassen, konnten Beobachter laut der Studie viele Vorteile feststellen: Das Risiko für Essstörungen sinkt und die krankhafte Social-Media-Nutzung geht zurück.
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