Meister patzt

"Arroganter" LASK scheitert "an sich selbst"

Trainer in weißem Trikot gestikuliert energisch am Spielfeldrand während eines Fußballspiels.
© APA/EXPA/ MARCEL PAIL
Das 3:3 bei TSV Hartberg hat nachdenkliche und selbstkritische LASK-Akteure hinterlassen.
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Zu "arrogant" sei der Auftritt gewesen, befand etwa Abwehrroutinier Andres Andrade. Zwei Zwei-Tore-Führungen reichten seiner Truppe am Sonntag nicht, um den "Dreier" einzufahren, zum zweiten Mal in Folge gab der Meister Punkte ab. Die Länderspielpause kommt für die Linzer wohl zum richtigen Zeitpunkt. "Wir sind an uns selbst gescheitert", ächzte Kapitän Sascha Horvath.

Dabei agierten die Linzer lange spielbestimmend und selbstbewusst, die 2:0-Pausenführung dank Toren von Horvath (7.) und Christoph Lang (30.) fühlte sich angesichts völliger offensiver Harmlosigkeit der Hausherren wie eine Vorentscheidung an. Dann aber kam das "Goldhändchen" von Hartberg-Coach Markus Schopp bzw. TSV-Debütant Andrija Radulovic sowie Jed Drew ins Spiel. Ersterem gelang ein Doppelpack (46., 72.), Letzterem nach Assist seines "Joker"-Kollegen der Ausgleich zum 3:3 (77.) - mit dem dritten Schuss der Steirer aufs Tor.

Ein Fußballspieler im LASK-Trikot gibt ein Interview mit einem Sky Sport Mikrofon.
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Dass Andrade zwischenzeitlich wieder auf 3:1 für die Gäste erhöht hatte, sollte nicht reichen. Vor allem mit defensiver Nachlässigkeit brachten sich die Favoriten um die Früchte ihrer Arbeit. "Es waren eigene Fehler. Wir sind zu weit weg von den Gegnern, lassen sie aufdrehen", sagte Horvath, und Andrade wusste den Grund dafür. "Wir waren ein bisschen arrogant heute, das wird in dieser Liga bestraft", befand der Mann aus Panama. Ein grummelnder Dietmar Kühbauer wollte dem nicht widersprechen: "Er liegt nicht weit weg davon", erklärte der einsilbige LASK-Coach.

Andrade: "Gut, dass die Pause kommt"

Dass die "vielen, vielen Spiele" der vergangenen Wochen, wie es Andrade formulierte, eine Rolle spielen könnten, wollte Kühbauer nicht gelten lassen. Mentale Müdigkeit? "Ich habe keine", stellte der Burgenländer nach dem zwölften Match in 57 Tagen trotzig fest. Wie auch immer. Der starke Saisonstart mit fünf Liga-"Dreiern" en suite und dem "Wunder von Linz" in der Champions-League-Quali gegen Celtic Glasgow scheint abgewürgt zu sein. Erst das 0:1 bei AEK Athen in der Königsklasse, dann das 1:2 bei Sturm Graz, nun die neuerliche Enttäuschung. "Gut, dass die Pause kommt", stand für Andrade fest. Danach geht es schließlich mit einem weiteren Kracher weiter: Am 11. Oktober kommt Tabellenführer Rapid.

Alles richtig machte hingegen Schopp, dessen Elf nach dem Saisonfehlstart mit drei Niederlagen nunmehr bereits vier Spiele ungeschlagen ist und mit acht Punkten im Tabellenmittelfeld rangiert. Zu seinen Einwechselungen selbst beglückwünschen wollte er sich zwar nicht, dafür lobte er die für den TSV debütierende Rapid-Leihgabe Radulovic in höchsten Tönen. "Dass er mit dem ersten Ballkontakt sein erstes Tor macht ... Er ist ein spezieller Spieler, der uns in der letzten Zone noch unglaubliche Qualität geben wird", stellte der Steirer fest.

WAC muss "höllisch aufpassen"

Noch angefressener als Kühbauer war an diesem Sonntag wohl nur WAC-Coach Thomas Silberberger. Die Kärntner kassierten beim 1:4 in Ried die dritte Liga-Niederlage in Serie, sind bereits sechs Runden sieglos und zwei Punkte vor Schlusslicht Altach nur noch Vorletzter. "Irgendwie fehlen mir die Worte. Wenn du so ins Match gehst, dass es nach neun Minuten entschieden ist, dann weiß ich eigentlich auch nicht, wo ich aktuell ansetzen muss", stöhnte der Tiroler. Seine Truppe lag durch Ante Bajic (3.) und Evan Eghosa Aisowieren (9.) schnell hinten und erholte sich nicht mehr, mit dem 0:3 durch einen Elfer von Stefan Schwab (40.) war die Partie gelaufen.

"Drei grob fahrlässige Fehler, weil du nicht bereit bist, zu verteidigen", erkannte Silberberger. "Da muss man schon den Finger in die Wunden legen", sagte der 53-Jährige. In der Vorsaison spielte er erfolgreich den Retter der "Wölfe", ähnlich prekär sei die Lage derzeit - noch - nicht. "Wir sind letztes Jahr definitiv am Abgrund gestanden, so weit würde ich uns noch nicht sehen", betonte Silberberger. "Aber wir müssen höllisch aufpassen."

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