Schnee oder Milde?

Bekannte November-Bauernregel soll Winter-Wetter vorhersagen

Erste Großstadt will Gasnetz stilllegen
© getty
Mit dem voranschreitenden Spätherbst wächst in Österreich die Spannung auf den bevorstehenden Winter. Ob Schneemassen und klirrender Frost bevorstehen oder ob die Saison überdurchschnittlich mild verläuft, soll laut einer traditionsreichen Bauernregel bereits am 19. November entschieden werden.
OE24 auf Google bevorzugen

Im traditionellen Bauernkalender nimmt der 19. November eine prominente Rolle ein. Es handelt sich um den Gedenktag der heiligen Elisabeth von Thüringen, der seit Jahrhunderten zu den sogenannten Lostagen gezählt wird. An diesen Schlüsseldaten des Jahres leiteten Landwirte früher langfristige Tendenzen für die Witterung der Folgemonate ab.

Besonders vor Beginn der kalten Jahreszeit waren solche Beobachtungen für die landwirtschaftliche Planung von zentraler Bedeutung. Plötzliche Frosteinbrüche, anhaltende Kälteperioden oder starker Schneefall hatten unmittelbare Auswirkungen auf die Feldbestellung, das Vieh und das Einteilen der knappen Wintervorräte.

Die überlieferten Wetter-Sprüche zur heiligen Elisabeth

Zwei markante Sprüche fassen die historische Wetterbeobachtung rund um den Gedenktag prägnant zusammen:

  • "Sankt Elisabeth zeigt an, was der Winter für ein Mann." Dieser Spruch vergleicht die Härte des Winters mit den Wetterverhältnissen am 19. November. Zeigt sich der Tag eisig, windig und verschneit, deutete dies nach altem Volksglauben auf eine extreme, frostige Periode hin.
  • "Es kündigt die Elisabeth, was für ein Winter vor uns steht." Eine variierende Formulierung desselben Prinzips, wonach mildes, regenreiches Wetter an diesem Lostag eine vergleichsweise zahme und schneearme Witterung verspricht.

Da der 19. November genau in das Übergangsfenster fällt, in dem kalte arktische Luftmassen erstmals dauerhaft nach Mitteleuropa vordringen können, galt das Datum historisch als Stimmungsbarometer für die beginnende Frostperiode.

Was Meteorologen zu den historischen Lostagen sagen

Aus naturwissenschaftlicher Sicht der modernen Meteorologie lässt sich eine belastbare Prognose für einen gesamten Winter nicht auf die Witterung eines einzelnen Kalendertages stützen:

  • Großwetterlagen sind ausschlaggebend: Entscheidend für den Witterungsverlauf in den Alpen und Mitteleuropa sind globale Druckkonstellationen, etwa das Zusammenspiel von Azorenhoch und Islandtief, die Stabilität des Polarwirbels sowie atlantische Strömungsmuster.
  • Keine statistische Kausalität: Statistische Analysen zeigen, dass ein isolierter Kälteeinbruch oder ein milder Föhntag Mitte November keine verlässliche Trefferquote für das Wetter im Jänner oder Februar bietet.
  • Kultureller Stellenwert: Trotz fehlender wissenschaftlicher Vorhersagekraft bleibt der Elisabeth-Tag ein wichtiges Element des ländlichen Brauchtums und ein beliebter Anlass, um sich auf die kalte Jahreszeit einzustimmen.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden