Steintreppe weicht
Erste öffentliche Rolltreppen auf Ibiza: Millionen-Projekt gestartet
Auf der spanischen Urlaubsinsel Ibiza fällt der Startschuss für ein außergewöhnliches Infrastrukturprojekt im öffentlichen Raum. In der Inselhauptstadt Ibiza-Stadt haben die Bauarbeiten für die allerersten öffentlich betriebenen Freiluft-Rolltreppen der Insel begonnen.
Auch interessant
Historische Steintreppe weicht moderner Technik
Im zentrumsnahen Stadtteil Puig des Molins weicht eine in die Jahre gekommene Infrastruktur zeitgemäßer Barrierefreiheit. Auf der Calle Juan Ramón Jiménez wird die bisherige Steintreppe, die sich über acht Abschnitte erstreckte, komplett abgetragen. An ihrer Stelle errichten die Bauteams drei mechanische Rolltreppenabschnitte unter freiem Himmel. Ziel des Bauvorhabens ist es, den enorm steilen Höhenunterschied zwischen dem oberen und unteren Bereich der Calle Arxiduc Lluís Salvador für Einheimische und Passanten deutlich komfortabler zugänglich zu machen. Die zu modernisierende Trasse misst eine Gesamtlänge von 42,18 Metern und weist eine beträchtliche Steigung von 24,4 Prozent auf.
Technische Details und Kapazität der Anlage
Die neue Anlage ist für ein hohes Personenaufkommen ausgelegt und soll den Fußgängerverkehr spürbar entlasten:
- Förderleistung: Bis zu 6.000 Personen können pro Stunde transportiert werden.
- Geschwindigkeit: Die Stufen bewegen sich mit 0,5 Metern pro Sekunde.
- Abmessungen: Die nutzbare Durchgangsbreite der Rolltreppen beträgt exakt einen Meter.
- Materialien: Stufen aus silberfarbenem Aluminiumguss, zehn Millimeter starke Brüstungen aus Sicherheitsglas sowie schwarze Gummi-Handläufe.
- Witterungsbeständigkeit: Speziell für den Außeneinsatz gefertigte Bauteile aus rostfreiem Edelstahl garantieren Langlebigkeit bei maritimer Witterung.
- Anrainer-Zugänge: Entlang der Route werden drei Zugänge zu privaten Wohnhäusern direkt in die neue Gestaltung integriert.
Acht Jahre Planung: Von Verzögerungen bis zum Baubeginn
Die Realisierung des Vorhabens blickt auf eine lange Vorgeschichte zurück. Erste Pläne reichen bis in das Jahr 2018 zurück, als die Stadtverwaltung von Ibiza-Stadt im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsverfahrens auf langjährige Forderungen der örtlichen Wohnbevölkerung reagierte. Ursprünglich geriet das Projekt jedoch ins Stocken, da eine kostspielige Verlegung einer Mittelspannungsleitung die Gesamtkosten massiv in die Höhe trieb. Erst nach einer grundlegenden Überarbeitung der Pläne im Jahr 2022 konnte das Konzept neu aufgesetzt werden. Der Bauauftrag ging im September 2025 nach einer Ausschreibung mit zwei Mitbewerbern an das spanische Bauunternehmen Vilor Infraestructuras. Für die bauliche Umsetzung, Installation, technische Prüfungen und behördliche Abnahmen sind rund sechseinhalb Monate veranschlagt, gefolgt von einer einjährigen Garantiefrist.
Finanzierung über Touristensteuer und Denkmalschutz-Auflagen
Das gesamte finanzielle Volumen des Bauprojekts beläuft sich auf 827.580,31 Euro vor Steuern und erreicht mit 21 Prozent Mehrwertsteuer exakt 1.001.372,18 Euro. Zusätzlich wurden 1,5 Prozent der Bausumme (15.020,58 Euro) zweckgebunden für den Schutz des historischen Erbes reserviert. Finanziert wird die Maßnahme vollständig aus Mitteln der balearischen Nachhaltigkeits- und Touristensteuer (Ecotasa), genehmigt im Budgetrahmen 2024–2025. Bis zum 25. Februar 2026 waren laut Abrechnungsdaten erst 3,22 Prozent der Gelder zertifiziert worden, bevor nun die schwere Maschinerie anrollte.
Dieser Twitter Post kann aufgrund Ihrer aktuellen Datenschutzeinstellungen nicht angezeigt werden, da für dessen Einbettung ein Drittanbieter hinzugezogen wird, der technisch für den Betrieb der Website nicht zwingend notwendige Cookies setzt. Wenn Sie den Inhalt sehen möchten, bitten wir Sie um Einwilligung zu diesem konkreten Cookie von „Twitter“. Ihre Einwilligung ist einmalig für den Aufruf dieses Inhalts und wird nicht gespeichert.
Je nach Anbieter kann mit der Erteilung Ihrer Einwilligung auch ein Datentransfer in Drittstaaten verbunden sein, für die keine geeigneten Garantien vorliegen. Nähere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung .
Aufgrund des geschichtsträchtigen Umfelds gelten strengste Schutzauflagen:
- Archäologisches Schutzgebiet: Ein Teilabschnitt liegt im Schutzbereich der weltberühmten phönizischen Nekropole von Puig des Molins.
- Kulturgut-Status: Das restliche Areal gehört zum historischen Gesamtensemble von Ibiza-Stadt, das seit 1969 als geschütztes Kulturgut eingestuft ist.
- Begleitende Kontrolle: Neben einem positiven Gutachten der Denkmalschutzkommission der Insel wird jeder Erdaushub permanent archäologisch überwacht.
Mit dem Baubeginn traten auch umfangreiche Verkehrssperren in Kraft: Die Calle Arxiduc Lluís Salvador ist an der Kreuzung zur Via Romana für den Fahrzeugverkehr gesperrt, begleitet von örtlichen Parkverboten, Umleitungen und neuen Verkehrsführungen.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden