Der Equal Pay Day fällt heuer auf Donnerstag, 5. November. Die Auswertung von kununu basiert auf 75.844 Gehaltsangaben (Brutto-Jahresgehälter) aus dem laufenden Jahr 2026 und berücksichtigt Voll- wie Teilzeitjobs. Auf nationaler Ebene ist der Unterschied leicht geschrumpft: Österreichische Männer verdienen 2026 im Schnitt 54.919 Euro, Frauen hingegen 46.119 Euro und damit 16,0 Prozent weniger (2025: 17,12 Prozent). Die Einkommenskluft ist jedoch von Beginn an präsent: Schon beim Berufseinstieg liegt der Unterschied bei durchschnittlich 12,4 Prozent.
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Steigende Lohnunterschiede im Karriereverlauf
"Mehr Dienstjahre bedeuten im Schnitt auch eine größere Gehaltsschere", erklärt Sandra Bascha, External Communications von kununu. "Bei drei bis sechs Jahren Berufserfahrung liegt das Arbeitsentgelt von Frauen 13,5 Prozent unter jenem der Männer. Bei über zehn Jahren Berufserfahrung beträgt der Unterschied bereits 19,5 Prozent. Traditionelle Geschlechterrollen in der Familie – die meist ja erst dann gegründet wird, wenn man schon mitten im Berufsleben steht – tragen in großem Ausmaß zu dieser Entwicklung bei. Allerdings ist der Einkommensunterschied schon ab dem ersten Tag im Job vorhanden. Berufseinsteigerinnen verdienen im Schnitt 12,4 Prozent weniger als ihre männlichen Pendants."
Ausnahmeerscheinungen bei Berufen und Gehältern
Im ersten Berufsjahr gab es 2026 lediglich vier Berufe, in denen Frauen mehr verdienten als Männer: Service-Mitarbeiterin in der Gastronomie (+4,1 Prozent), Logistikerin (+3,1 Prozent), IT-Support (+2,1 Prozent) und Kaufmännische Angestellte (+0,2 Prozent). Am schlechtesten schnitten Customer-Service-Managerinnen (-14,7 Prozent) sowie Vertriebsmitarbeiterinnen (-15,0 Prozent) ab. Im generellen Karriereverlauf verdienen Frauen im IT-Support durchgehend 0,8 Prozent mehr als Männer, Buchhalterinnen werden im Schnitt 0,7 Prozent besser bezahlt. Bei Vertriebsmitarbeiterinnen steigt die Lohnlücke im Verlauf hingegen auf 19,9 Prozent.
"IT-Support ist ein klassisches Beispiel für ein Berufsfeld, in dem Ausbildung und Qualifikation nicht nur tonangebend sind, sondern sich auch im Gehalt niederschlagen. Stufensysteme mit Gehaltsbändern tragen dazu bei, dass der Entgelt für Frauen im Karriereverlauf nicht hinter jenen der Männer zurückfällt", so Sandra Bascha.
"Wo Einkommen stark an Provisionen, Ziele und Kundengebiete gekoppelt sind, wächst der Gehaltsunterschied mit steigender Berufserfahrung. Unterschiede bei Gehaltsverhandlungen zum Einstieg können sich über Provisionen und Gehaltsrunden über Jahrzehnte hinweg fortschreiben", erklärt Sandra Bascha. „Anders sieht die Ausgangslage etwa beim Berufseinstieg als Service-Mitarbeiterin aus. Dass Frauen hier in puncto Gehalt vor den Männern liegen, dürfte unter anderem auf unterschiedliche Einsatzbereiche und die damit gekoppelten Zuschläge zurückzuführen sein. Männer arbeiten in der Gastronomie häufiger in der Küche oder als Hilfskräfte. Dadurch erhalten weniger Männer als Frauen die Abend-, Wochenend- und Feiertagszuschläge, die im Service weit verbreitet sind."
Branchenvergleich mit enormer Schwankungsbreite
Im Tourismus-Sektor zahlen Arbeitgeber nahezu gleiche Gehälter (Frauen verdienen 0,1 Prozent weniger). Dahinter folgen Maschinenbau (6,0 Prozent), Druck/Verpackung (7,2 Prozent), Automobil (9,6 Prozent) und Bau/Architektur (9,8 Prozent). Die größten Gehaltsunterschiede weisen Telekommunikation (18 Prozent), Bildung (17,2 Prozent), Dienstleistung (16,7 Prozent), Versicherung (16,4 Prozent) und Banken (16,2 Prozent) auf.
„Die große Kluft zwischen den Branchen Maschinenbau und Telekommunikation, lässt sich unter anderem dadurch erklären, wie Gehälter entstehen: Wo Führungs- und Spezialist:innenrollen besonders hoch vergütet werden und Aufstiegswege weniger klar sind, wächst der Abstand", so Bascha.
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