Petition und Wut

"Ich rede mit keinem Smartglass-Brillenträger"

Ein Mann mit Brille spricht auf einer Bühne vor einem blauen Hintergrund mit orangenem Flügelmotiv.
© SOPA Images/LightRocket via Gett
Seit dem oe24-Bericht ist das Thema Smartglasses in aller Munde - und auf vielen Nasen. Jetzt gibt es eine Petition "Smartglasses stoppen", die schon 25.000 unterschrieben haben.
OE24 auf Google bevorzugen

25.000 Menschen haben via aufstehn.at die Petition der Datenschutz-NGO epicenter.works unterschrieben. Viele dürften dazukommen: Denn das Unwohlsein rund um die KI-Brillen ist groß.

"Am Kinderspielplatz, in der Umkleidekabine oder auf dem Klo: Überall könnten wir gefilmt werden, ohne dass wir es mitbekommen", heißt es von den Organisatoren der Petition. Möglich machen das so genannte Smartglasses: Brillen mit eingebauten Kameras, die Bild und Ton aufzeichnen und ins Internet stellen können.

Aufzeichnung auf Nasenhöhe

Smartglasses sind Brillen mit eingebauten Kameras, die alles aufzeichnen können, was die Brillentragenden sehen. Auch die Tonspur.

“Wer Smartglasses trägt, wird zur laufenden Überwachungskamera.”

Datenschutz-NGO epicenter.works

Jeder kann in der Öffentlichkeit filmen, schlagen die Organisatoren Alarm. "Um Erlaubnis fragen sie dich nicht. Die missbräuchlichen Aufnahmen werden automatisch gespeichert und können direkt ins Internet gestellt werden. Tech-Konzerne freut's: So sammeln sie neue Daten aus unserem Alltag und füttern damit ihre Künstliche Intelligenz (KI)." Tatsächlich wird mit den Brillen die räumliche KI trainiert, nachdem sie bisher vor allem Internet-Texte geschluckt hat.

Missbrauch durch "Spechtelbrillen"

25.000 haben via aufstehn die Petition der Datenschutz-NGO epicenter.works schon unterschrieben. © aufstehn, epicenter.works
“Ich rede mit keinem Smartglass-Brillenträger”

oe24-Leser Peter S.

Missbrauch werde mit diesen Spechtelbrillen so einfach wie noch nie. Die Hersteller, wie der Facebook-Konzern Meta, haben damit das "perfekte Werkzeug zum Spannen und Spionieren gebaut", heißt es in der Petition. Einzig ein kleines Licht zeigt an, dass die Brille filmt – und das könne leicht deaktiviert werden

“Besonders Kinder sind durch diese Brillen gefährdet: Sie erkennen oft nicht, dass sie gefilmt werden, und können sich deshalb nicht dagegen wehren.”

Datenschutz-NGO epicenter.works

"Wir haben das Recht, nicht ungewollt gefilmt zu werden – deshalb fordern wir ein Verbot von Smartglasses", fordern schon 25.000 Menschen in der Petition. In anderen Ländern wird bereits über Einschränkungen der Brillen diskutiert, auch oe24 griff das Thema auf und interviewte KI-Staatssekretär Alexander Pröll dazu. Pröll will schnellstmöglich einen Schutz für sensible Zonen und Kinder ausarbeiten. In der Öffentlichkeit solle das Filmen (wenn es mit leuchtender LED klar erkenntlich gemacht wird) weiterhin erlaubt sein.

Die Initiatoren der Petition fordern ein Verbot von Smartglasses, beginnend mit geschützten Räumen wie Schulen, Schwimmbädern oder Umkleidekabinen. Bundeskanzler Christian Stocker und Alexander Pröll, Staatssekretär für Digitalisierung, müssen das heimliche Aufnehmen mit Kamerabrillen stoppen. Hier kann man unterschreiben. 

Smartglasses als Hilfe für Menschen mit Behinderung
Für Menschen mit Hörsehbehinderung oder Taubblindheit können Smartglasses eine wichtige Unterstützung im Alltag sein, etwa bei Orientierung, Kommunikation oder dem Zugang zu Informationen. Sie können zwar keine persönliche Assistenz ersetzen, bieten aber in manchen Situationen mehr Selbstständigkeit und Teilhabe.  Regulierungen sollten Ausnahmen für assistive Technologien vorsehen, damit Menschen mit Behinderungen nicht benachteiligt werden.

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