"Smartglasses werden so groß werden wie die Handys", sagt KI-Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) im Interview mit oe24-Wirtschaftschef Aaron Brüstle. Eine Brille wird dabei mit Künstlicher Intelligenz verbunden und zeigt dem Träger Informationen an.
"Das bedeutet, dass sich einerseits technologisch viel in eine positive Richtung entwickelt." Pröll zählt auf:
Smartglasses-Verbot: Drei Zonen für Österreich
© oe24
- In Industriebetrieben hilft es Mitarbeitern bei Arbeitsschritten,
- man orientiert sich an fremden Orten leichter,
- übersetzt damit Speisekarten,
- es hilft Sehbehinderten...
Pröll: "Niemand sollte heimlich gefilmt werden dürfen"
Heikel. Allerdings gibt es durch die Brillen, mit denen man jederzeit filmen und Gespräche mitschneiden kann, auch neue Probleme. "Da stellen sich für mich extreme Fragen aus Privatsphäre-Sicht", sagt Pröll. Es brauche "Schutzbereiche, wo man Smartglasses nicht verwenden soll. Die zentrale Botschaft: Niemand sollte heimlich gefilmt werden dürfen."
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Verbotszone für Smartglasses
Mit dem Verfassungsdienst wurde ein Stufenmodell ausgearbeitet – mit einer Verbotszone für Smartglasses.
- Zone: In "Kindergärten, Schulen, Spielplätzen, aber auch in Umkleidekabinen, Verwaltungsgebäuden, Gerichten usw. sollen keine Smart Glasses verwendet werden", kündigt Pröll an.
- Zone: In Zone 2 darf man Smartglasses tragen, aber nicht filmen (Kultur-Events etc.).
- Zone: In der Öffentlichkeit (Zone 3) ist Filmen (mit leuchtender LED) erlaubt. Da darf man Filmen, "sofern Aufnahmen für Dritte erkennbar sind, das Licht bei der Brille leuchtet usw", sagt Pröll oe24. Für ein Gesetz will er alle Parteien miteinbeziehen.
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In Norwegen gibt es etwa bereits eine Verbotszone in Parks und an Stränden für Smartglasses.
Öffentlicher Raum wird immer mehr ausgeleuchtet
Als dritte Zone kommt im geplanten Stufenmodell der öffentliche Raum. "Da würden wir sehen, dass es erlaubt ist, sofern Aufnahmen für Dritte erkennbar sind, das Licht bei der Brille leuchtet usw.", sagt Pröll.
“Bei Google Earth waren es die Autos, die alles gefilmt haben auf den Straßen. Teslas haben auch Außenkameras. Der öffentliche Raum wird mehr und mehr zugänglich werden an Daten.”
KI-Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP)
- Zuerst will Pröll das Thema im Rahmen einer parlamentarischen Enquete mit allen Parteien, auch FPÖ und Grünen behandeln: "Weil ich persönlich glaube, dass sollte kein polarisierendes Thema sein."
- Konkrete Strafen gibt es noch nicht.
- Auch welche Zugriffsrechte die Polizei auf Filmmaterial oder Tonspuren hat, die mit Smartglasses aufgenommen wurden, ist noch nicht geklärt.
- Es gibt jedoch bereits existierende Gesetze im Bereich Datenschutz, Urheberrecht und auch dem Strafrecht, die unerlaubte Videoaufnahmen unter Strafe stellen.
Die neue Technologie braucht aber eine Regelung, findet der KI-Staatssekretär: "Es ist so, dass über neun Millionen Smart Glasses weltweit verkauft wurden und wir rechnen mit einem massiven Anstieg."
“Ich würde zwischenmenschliche Kontakte gerne weiterhin so menschlich wie möglich behalten. Und darum sind Smartglasses etwas, wo es mir Sorge bereitet, dass wir in ein Fahrwasser kommen, das vielleicht nicht positiv ist.”
KI-Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP)
Darf ich für oe24.TV mit Smartglasses filmen? Die humorige Antwort von Pröll: "Ja, bei Settings wie Pressekonferenzen wird das erlaubt sein. Vielleicht nutzt dann auch der Politiker welche und lässt sich Texte via Smartglasses einblenden."
Datenschützer sprechen von einer Goldgrube
Datenschützer sagen, dass Smartglasses eine Goldgrube für den Meta seien, weil sie helfen, die räumliche KI zu trainieren.
Gibt es bald Roboter, die bei uns herumlaufen? Die Zukunft ist offen...
Pröll ist bewusst: "Das Relevante von KI sind Daten, Daten sind das Gold und die wichtigste Ressource des 21. Jahrhunderts, so ergeben Smartglasses natürlich wieder einen enormen Datenzufluss an die Hyperscaler."
Pröll will Rechenzentren in Österreich
Sollten wir in Österreich mehr Rechenzentren haben? "Ja", sagt Pröll. "Weil wir langfristig für die Industrie und für den Staat die Rechenleistung brauchen." Dann fügt er an: "Im Idealfall sollten es souveräne Rechenzentren sein, die in unserer Hand sind, so dass die Daten bei uns liegen."
Auch hier erarbeitet er für die Regierung eine Strategie für Rechenzentren.
Am 19. November wird Digitalisierungs-Staatssekretär Alexander Pröll seine KI-Strategie bekannt geben.
Hier sind Smartglasses hilfreich:
- In Industriebetrieben tun sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Unterstützung einfacher, Arbeitsschritte zu absolvieren
- Übersetzungen von Speisekarten und Co
- Leichtere Orientierung an fremden Orten
- Hilfe bei Sehbehinderung etc.
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