Linzer Donaupark

Linzer Klangwolke: Endzeit-Szenario zum Nachdenken

Bühnenschiff der Klangwolke
© fotokerschi
Auf eindrucksvolle Weise wurde die Zerstörung der Welt am Beispiel der Stadt Linz gezeigt.
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Linz. In Linz ist am Samstagabend die Welt untergegangen. Die visualisierte Klangwolke "ATTheENDLinz" von Regisseur Felix Breisach ließ höchst spektakulär die menschengemachte Apokalypse herauf- und durchziehen. Ob wir sie überstanden haben oder nicht, bleibt dem Publikum selbst zu entscheiden. Entlassen wurde man mit der Aufforderung zur Demut: "Sage einmal nichts."

Brucknerorchester am Schiff

Es hat harmlos angefangen, die Florianer Sängerknaben eröffnten am Dach des Brucknerhauses, auf einem Schiff war zu lesen "Ein Geheimnis, dieser Ort, Fehl ist an ihm". Das lässt Übles erwarten - und schon läuten Kirchenglocken die Endzeit ein. Das Bühnenschiff mit dem Brucknerorchester schwimmt den Fluss auf und ab, auf einer 42 Meter breiten und acht Meter hohen LED-Wand sind Bilder von Linz zu sehen - zuerst wie aus dem Tourismuskatalog, dann bei Unwetter, Sandsturm, Tsunami, allerorts Explosionen, Brände, Zerstörung, eine KI-generierte Apokalypse in der Stahlstadt, kein Stein bleibt auf dem anderen.

Lasergewitter auch in Urfahr

Klangwolke
Lasershow bezog AEC in Urfahr mit ein. © fotokerschi

Immer wieder wechseln sich Zerstörung und Wiedererwachen ab. Gemeinsam mit Autorin und Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Natascha Gangl hat Breisach Texte ausgesucht. Es sind Wortmalereien, die uns unsere Verfehlungen vor Augen führen, Missachtung der Natur, Klimawandel, Krieg.

Scharenweise Donaupark verlassen

Plötzlich sprießen auf der Videoleinwand wieder Blumen, Bariton Rafael Fingerlos verbreitet auf einer hoch über dem Fluss aufragenden Hebebühne nicht nur Wohlklang, sondern auch Hoffnung bevor wieder Zerstörung regiert. Ist die Welt nun untergegangen oder nicht? Man weiß es nicht. Es werde keine Moral von der Geschichte geben und er biete keine Lösung an, hatte Breisach im Vorfeld gesagt. Die liegt nämlich im Auge des Betrachters. Und der hat nach diesem Abend Gelegenheit, über diese Frage nachzudenken, denn: "Sage einmal nichts".

Viele Besucher haben vor Ende der 57-minütigen Show den Donaupark verlassen - und mit dieser Schweigeaktion alles gesagt.

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