Neue Studie
Personen mit hohem Einkommen leben Umweltschädlicher
Umgekehrt sind Personen umso stärker von Umweltproblemen wie Lärm oder Hitze betroffen, je niedriger ihr Einkommen ist. Das zeigt eine Analyse der Statistik Austria zur Umweltgerechtigkeit in Österreich, die am Mittwoch publiziert wurde.
Auch interessant
Lärmstörungen im Wohnbereich treten bei Personen mit niedrigem Haushaltseinkommen häufiger auf (16,8 Prozent sehr oder eher starke Lärmstörung) als bei jenen mit hohem Haushaltseinkommen (10,1 Prozent). Auch die subjektive Belastung während einer Hitzewelle, die im Rahmen des Mikrozensus-Sondermoduls "Umweltbedingungen, Umweltverhalten" im Jahr 2023 erhoben wurde, sei je nach Einkommenshöhe unterschiedlich: So gaben Personen mit einem niedrigen Haushaltseinkommen zu 23,5 Prozent an, sehr stark belastet zu sein, bei Personen mit hohem Haushaltseinkommen sind es mit 13,4 Prozent deutlich weniger.
Auch Alter spielt Rolle
Je älter die befragten Personen waren, desto weniger gaben sie an, von Umweltproblemen betroffen zu sein. 30- bis unter 40-Jährige mit niedrigem Haushaltseinkommen gaben zu 31,4 Prozent an, hoch betroffen von negativen Umweltbedingungen zu sein. Bei Personen ab 70 Jahren mit niedrigem Haushaltseinkommen waren dies mit 13,0 Prozent deutlich weniger. Kombiniert man den Erwerbsstatus mit den Einkommensgruppen, zeigten sich noch deutlichere Unterschiede, hieß es. Arbeitslose Personen mit niedrigem Haushaltseinkommen haben mit 39,0 Prozent über alle beobachteten Gruppen hinweg die höchste negative Umweltbetroffenheit. Bei Arbeiterinnen bzw. Arbeiter und Angestellten mit hohem Haushaltseinkommen sind es mit 15,5 Prozent weniger als halb so viele.
Der Blick auf das umweltgerechte Konsumverhalten zeigt beispielsweise, dass mit steigendem Einkommen die Nutzungsdauer von Smartphones und Fernsehern bis zum Neukauf sinkt. Personen mit hohem Haushaltseinkommen geben überdurchschnittlich häufig an, Kleidung zu kaufen, weil sie neue möchten, obwohl die alte nicht kaputt ist. Der Online-Kauf von Kleidung nimmt mit steigendem Einkommen ebenfalls stark zu: Von den Personen mit niedrigem Haushaltseinkommen kaufen 20,9 Prozent zumindest mehrmals im Jahr online Kleidung ein, dieser Wert steigt auf 32,1 Prozent bei Personen mit mittlerem und 38,8 Prozent bei Personen mit hohem Haushaltseinkommen. Personen mit hohem Einkommen senden bestellte Kleidung auch häufiger zurück.
Mit höherem Einkommen steige umweltbelastendes Verhalten: Kombiniert man die potenziellen Umweltbelastungen durch Einkaufsverhalten mit jenen durch Verkehrsmittelwahl und Flugreisen, nehmen mit steigendem Haushaltseinkommen umweltbelastende Verhaltensweisen klar zu. Dabei sind die Unterschiede im Umweltverhalten deutlich stärker ausgeprägt als bei der Betroffenheit von Umweltproblemen. Personen mit hohem Haushaltseinkommen melden häufiger hohes umweltbelastendes Verhalten (Anteil 26,0 Prozent) als Personen mit mittlerem (18,0 Prozent) und niedrigem Haushaltseinkommen (9,7 Prozent).
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden