Wegen Putin

Top-General schlägt jetzt Russland-Alarm

Ein Mann im Anzug sitzt an einem Tisch vor einer russischen Flagge und blickt nachdenklich.
© APA/AFP/POOL/MIKHAIL METZEL
Militärexperte Markus Reisner sieht für die Ukraine eine schwierige Phase bevorstehen. Besonders die Energieversorgung des Landes könnte im kommenden Winter zum Ziel russischer Angriffe werden.
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Der bevorstehende Winter birgt nach Einschätzung von Militärexperte Markus Reisner eine große Gefahr für die Ukraine. Das Schicksal des Landes entscheidet sich in den kommenden Monaten nicht nur an der Front, wo es derzeit kaum Bewegung gibt. Auch die Vermittlungsversuche der USA brachten laut Reisner keine erkennbare Änderung. Er sieht "keinerlei Entgegenkommen von russischer Seite", sagt Reisner. Seine deutliche Einschätzung lautet: "Putin ist zutiefst überzeugt, die Ukraine im Winter endgültig in die Knie zu zwingen."

Fokus auf zerstörte Infrastruktur

Besonders verwundbar ist die Ukraine bei ihrer kritischen Infrastruktur, da rund 80 Prozent davon, vor allem im Bereich der Energieversorgung, bereits beschädigt oder zerstört sind. "Das ist der Punkt, wo Putin ansetzt", sagte Reisner. Der Kreml-Chef gehe davon aus, "dass er jetzt diesen Winter nützen kann, um die Ukraine quasi in die Knie zu zwingen". Eine Schlüsselrolle kommt dabei der ukrainischen Luftabwehr zu. Patriot-Systeme seien "das entscheidende Mittel", um sich gegen russische Raketen zu verteidigen. Wie angespannt die Situation ist, zeigte ein russischer Angriff mit rund 60 Raketen, von denen die Ukraine nur etwa die Hälfte abfangen konnte. "Das ist die Achillesferse, die Putin erkennt", stellt er klar.

Neue Drohnen erhöhen den Druck

Zusätzlich könnte Russland seine Luftangriffe in den kommenden Monaten weiter ausbauen, wofür neue Drohnenbasen eine wichtige Rolle spielen sollen. Reisner erwartet zudem, "dass die Russen damit die Luftkriegsführung in den nächsten Monaten noch massiv steigern werden". Moderne Drohnen können Geschwindigkeiten von bis zu 600 Kilometern pro Stunde erreichen. "Das macht es wieder extrem schwierig für die Ukraine", sagt Reisner.

Gefahr reicht bis nach Europa

Der Militärexperte warnt zudem, dass die Gefahr keineswegs auf die Ukraine beschränkt bleibt. Auch Europa müsse sich auf weitere hybride Angriffe und Sabotage einstellen. Selbst begrenzte russische Angriffe auf die EU-Ostflanke hält Reisner für "durchaus vorstellbar". Vor allem die Luftabwehr wird somit entscheidend sein, wenn die Angriffe auf die Energieversorgung im Winter weiter zunehmen.

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