Astronomische Preise

Mallorca will Deutsche aussperren

Steinterrasse einer Finca mit Liegestühlen und Bergblick in Port de Soller, Mallorca.
© Getty Images
Der Traum von der eigenen Finca auf Mallorca wird für viele Menschen aus Deutschland kostspieliger. Neue Marktdaten zeigen, wie stark die Preise auf der Mittelmeerinsel angestiegen sind.
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Eine Finca oder eine Wohnung auf Mallorca entwickelt sich für Interessierte aus Deutschland zunehmend zu einer kostspieligen Angelegenheit. Nach Angaben des Immobilienunternehmens Dahler, die auf Daten des spanischen Consejo General del Notariado basieren, kostete im Jahr 2025 bereits rund jedes vierte verkaufte Haus mindestens eine Million Euro. Insgesamt wechselten auf der Insel rund 12.200 Wohnimmobilien den Eigentümer, darunter 2.844 Häuser. Im Durchschnitt wechselt damit alle zwölf Stunden eine Millionenvilla ihren Besitzer.

Rekordwerte auf der Insel

Preislich erlebte die Insel einen rasanten Anstieg. Im vergangenen Jahr überschritt der durchschnittliche Preis eines Hauses erstmals die Marke von einer Million Euro und lag bei 1,083 Millionen Euro. Im Jahr 2024 hatte dieser Wert noch 960.000 Euro betragen. Auch das absolute Luxussegment zeigt extrem hohe Beträge. Ein Landgut in Alaró wurde 2025 für 22,29 Millionen Euro verkauft, während eine Villa in Pollença für 20,65 Millionen Euro den Eigentümer wechselte. Erst im März dieses Jahres veräußerte man eine Villa in Calvià für 26,3 Millionen Euro.

Neue Regionen im Fokus

Die hohen Kosten beschränken sich längst nicht mehr auf die bekannten Regionen im Südwesten. Auch in anderen Gebieten erreichen Objekte Preise von mehreren Millionen Euro. Nach Einschätzung von Dahler verteilt sich der Luxusmarkt mittlerweile über die gesamte Insel. Zudem verändert sich die Nachfrage der deutschen Käufer. Während traditionell Santanyí im Südosten beliebt war, zieht es nun mehr Interessenten in den Nordosten nach Artà und Capdepera. In Capdepera stieg der Anteil der Käufer mit deutscher Staatsangehörigkeit auf 63 Prozent, in Santanyí lag er bei 60 Prozent. Deutschland bleibt die mit Abstand wichtigste internationale Käufergruppe: In den Jahren 2024 und 2025 entfielen insgesamt 48,7 Prozent der ausländischen Käufe auf Deutsche.

Der Markt kühlt ab

Gleichzeitig wird der Erwerb schwieriger, da auch Objekte außerhalb des Luxussegments teurer werden. Für örtliche Verhältnisse stiegen die Kosten im vergangenen Jahr um mehr als zehn Prozent auf 3.762 Euro pro Quadratmeter. Dieser Markt kühlt jedoch zunehmend ab. Experten beobachten für 2025 einen Rückgang der Transaktionen bei weniger luxuriösen Häusern. Als Gründe werden höhere Energie- und Lebenshaltungskosten, wirtschaftliche Aussichten sowie Hürden bei der Finanzierung genannt. Spanische Banken finanzieren häufig bis zu rund 80 Prozent des Beleihungswertes, wodurch Käufer etwa 20 Prozent Eigenkapital plus Kaufnebenkosten aufbringen müssen.

Wichtige Tipps vor Kauf

Im Luxussegment werden hingegen rund 80 Prozent der Käufe über einer Million Euro ohne eingetragene Hypothek und somit überwiegend aus Eigenmitteln abgewickelt. Kapital schützt jedoch nicht vor Problemen, da Angaben zu Wohnflächen, Grundstücksgrößen, Anbauten oder Genehmigungen in Spanien von den tatsächlichen Verhältnissen abweichen können. Der Expertenrat lautet daher, vor einer Entscheidung eine gründliche technische und rechtliche Prüfung durchzuführen.

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