Neunjähriger bezwingt den Mont Blanc
Der Alpinismus feiert einen außergewöhnlichen Erfolg am höchsten Berg der Alpen: Am 4. September erreichte der junge Lelio Massimo di Roccasecca den Gipfel des Mont Blanc. Der Bub aus Rom bewältigte die traditionsreiche Route von Chamonix aus völlig eigenständig und ohne fremde Tragehilfe. Begleitet wurde er bei diesem anspruchsvollen Vorhaben von seinem Vater Valerio Massimo, der als international erfahrener Extrembergsteiger gilt und in seiner Bergsteigerkarriere bereits die beiden anspruchsvollsten Gipfel der Erde, den Mount Everest sowie den K2, gemeistert hat. Über den Alpin-Coup berichtete die renommierte italienische Tageszeitung "La Stampa".
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In Bergsteigerkreisen schlägt die Unternehmung hohe Wellen. Mutter Alexandra und Vater Valerio bezeichnen die Besteigung als historischen "Weltrekord". Rückendeckung erhält die Familie aus Rom dabei von offizieller Seite der Berghütten: Antoine Rattin, Hüttenwirt der auf 3.835 Metern gelegenen Goûter-Schutzhütte am Mont Blanc, bestätigte die alpinistische Höchstleistung des Buben ausdrücklich in einem schriftlichen Brief.
Frühe Erfahrung im Hochgebirge und minutiöse Vorbereitung
Der Vater des Nachwuchs-Alpinisten wusste von Beginn an um das Aufsehen, das eine derartige Hochtour nach sich zieht. Er betonte jedoch das langjährige Fundament seines Sohnes: "Ich weiß, dass manche die Nase rümpfen werden: ein Kind auf einem Viertausender. Lelio ist wirklich stark, nicht nur körperlich, sondern auch technisch." Schon in frühester Kindheit stand der Bub auf seinem ersten Gipfel bei einer leichten Bergtour im Apennin. In den folgenden Jahren folgten kontinuierlich anspruchsvollere Touren:
- Sasso Piatto (Plattkofel): Absolvierung markanter Felsformationen in den Dolomiten
- Bishorn: Erfolgreiche Hochtour auf den Viertausender in den Schweizer Walliser Alpen
- Mont-Blanc-Historie der Familie: Vater Valerio bestieg den Mont Blanc einst selbst in jungen Jahren
Um das Risiko der extremen Höhenkrankheit auf dem 4.807 Meter hohen Eisriesen zu minimieren, absolvierte das Vater-Sohn-Duo im August 2026 eine umfassende Höhenakklimatisation. Dabei übernachteten beide gezielt auf mehreren Schutzhütten in unterschiedlichen Höhenlagen:
- Refuge Albert Premier: Erste Akklimatisierungsstation auf 2.702 Metern Höhe
- Rifugio Torino: Weitere Nacht zur Höhengewöhnung auf 3.375 Metern Höhe
- Goûter-Hütte: Abschließender Härtetest auf 3.835 Metern Seehöhe
Während des gesamten Aufstiegs überwachte der Vater die Vitalfunktionen des Nachwuchses penibel mit medizinischem Spezialgerät. Valerio Massimo berichtete: "Der letzte Test war in der Goûter-Hütte auf 3.835 Metern. Lelio ging es gut. Wir waren ausgerüstet und hatten auch ein Pulsoximeter dabei, um die Sauerstoffsättigung zu überwachen."
Behördliche Richtlinien der Gemeinde Saint-Gervais-les-Bains
Trotz der peniblen Vorbereitung und des geglückten Aufstiegs steht das Abenteuer im Widerspruch zu den offiziellen Richtlinien vor Ort. Auf dem Gemeindegebiet von Saint-Gervais-les-Bains, wo sich der Gipfel des Mont Blanc befindet, gelten strenge Verhaltensmaßstäbe für Touristen und Bergsteiger. Die Gemeinde formuliert auf ihrer offiziellen Informationsplattform klare Leitlinien:
- Altersgrenze für den Gipfel: Eine Besteigung des Mont Blanc wird ausdrücklich erst ab einem Alter von 16 Jahren angeraten – und auch nur dann, wenn die Jugendlichen über ausreichende körperliche Fitness und Motivation verfügen.
- Warnung vor Höhenbelastung: Bergaktivitäten in extremer Höhenlage werden von den Bergführern und Medizinern für Kinder unter 15 Jahren grundsätzlich nicht empfohlen.
- Zeitfaktor der Normalroute: Für den klassischen Anstieg über Saint-Gervais auf das Dach Europas sind regulär drei Tage Gehzeit veranschlagt – die notwendigen Vorbereitungs- und Trainingstage im Vorfeld noch nicht eingerechnet.
Spagat zwischen Ausnahmetalent und Vorbildwirkung
Der geglückte Gipfelsieg zeigt die Grenzen moderner Nachwuchsleistungen im Extremberglauf, wirft aber fundamentale Fragen für den Bergtourismus auf. Während die Familie und der örtliche Hüttenwirt das Können des Buben als Meilenstein der Alpingeschichte feiern, betonen alpine Rettungsdienste und Verbände weiterhin den Schutzcharakter der bestehenden Altersempfehlungen an den höchsten Gipfeln Europas.
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