SPÖ-Machtkampf
Zeiler und Babler treffen bei Kreisky-Premiere aufeinander
Wien. Nachdem Medien-Top-Manager Gerhard Zeiler am Wochenende bekannt gab, dass er die SPÖ übernehmen will, war es eine Frage der Zeit: Wann würden Amtsinhaber und Chef der Sozialdemokratie Andreas Babler und Zeiler zum ersten Mal aufeinandertreffen?
Bei der Gala-Premiere des neuen Films über Bruno Kreisky, "Bruno, der junge Kreisky", im Wiener Gartenbaukino kam es wenige Tage, nachdem Zeiler der Sozialdemokratie das Angebot machte, er stehe zur Verfügung, um die Partei zu führen, zur ersten Begegnung zwischen Vizekanzler Andreas Babler und seinem Herausforderer Gerhard Zeiler.
Zeiler kam in Begleitung seiner Frau gut gelaunt zum Kino. Auf die Frage, wie das erste Treffen mit Babler werden würde, antwortete er: "Wunderbar." Der Medienmanager nahm sich reichlich Zeit für Fragen und stand Rede und Antwort.
Babler kam nach Zeiler, in Begleitung von Finanzminister Markus Marterbauer. Zu Zeiler selbst wollte sich Babler nicht äußern. Angesprochen auf seinen jetzigen Kontrahenten entgegnete er nur, er freue sich auf den Kreisky-Film.
Keine offizielle Unterstützung bisher
Vier Tage nach Zeilers Ankündigung, für die Parteispitze zur Verfügung zu stehen, fehlt ihm bisher ein expliziter öffentlicher Unterstützer. Gleichzeitig bleiben jedoch auch Solidaritätsbekundungen für Babler aus. Die größte Rückendeckung dürfte Zeiler neben verschiedenen Altpolitikern im Süden Österreichs haben. Kärntens Klubchef Lucas Burgstaller fand am Dienstag lobende Worte und nannte den Manager eine "Person, die ich als gut und durchaus geeignet befinde, auch in der Politik Entscheidungen zu treffen". Die Kärntner SPÖ regte zudem ein Treffen der Länder an, um zügig ein klares Prozedere zu verankern.
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Schweigen in den Machtzentren
Umstürze in der Partei gelten als schwierig, wenn man die Wiener Landespartei und die Gewerkschaft nicht hinter sich hat. Beide Fraktionen zeigen sich aktuell jedoch schweigsam. Die Spitzen der sozialdemokratischen Gewerkschafter (FSG) trafen sich am Montag, wobei die Begeisterung für Zeiler als Vorsitzenden dort enden wollend sein soll. In Wien, wo Babler in linken Sektionen weiterhin seine Fans hat, ist die Stimmungslage vielfältig. Bürgermeister Michael Ludwig hält sich derzeit heraus. Die Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures soll hingegen für einen Wechsel lobbyieren, da ihr Verhältnis zu Babler seit jeher als zerrüttet gilt.
Zeiler setzt auf Kreisky-Werte
Gerhard Zeiler, der die kommenden Wochen größtenteils im Ausland verbringen dürfte, gibt indes zahlreiche Interviews. Darin betont er, dass er im Gegensatz zu Babler kein Marxist sei. Er möchte die Wirtschaftspolitik wieder stärker in den Vordergrund rücken. Zudem sollen sozialdemokratische Werte, ganz im Sinne von Bruno Kreisky, wieder den zentralen Mittelpunkt der Parteipolitik bilden.
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