Medien "abgeschirmt"

Wirbel am Kahlenberg: Rechtsextreme marschieren auf

Teilnehmer mit Banner am Samstag im Rahmen einer Versammlung der rechtsextremen Identitären am Kahlenberg in Wien.
© APA/MAX SLOVENCIK
Die Medien wurden "abgeschirmt". Die rechtsextremen Identitären stellten ihr eigenes Sobieski-Denkmal auf.
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Wien. Ein Aufmarsch der rechtsextremen Identitären am Wiener Kahlenberg ist am Samstag vorerst ohne Zwischenfälle verlaufen - auch wenn Medien explizit nicht erwünscht waren. Journalistinnen und Journalisten wurde durch schwarze Schirme der Blick verwehrt.

Mehrere Personen mit Schirmen und vermummten Gesichtern versammeln sich im Freien, teils mit Medien.
Vermummte Teilnehmer mit Schirmen bei einer Versammlung der rechtsextremen Identitären am Kahlenberg in Wien. © APA/MAX SLOVENCIK

Gegendemonstrationen waren am Leopoldsberg und im Bereich Heiligenstadt. Die rechtsextreme Veranstaltung trug den Titel "Helden von Wien! Gedenkveranstaltung zur zweiten Wiener Türkenbelagerung 1683".

Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren von den Identitären erwartet worden. Anders als im Sommer wurde der Aufmarsch diesmal nicht untersagt. Wegen befürchteter gegenseitiger Provokationen war die Polizei mit entsprechend vielen Kräften vor Ort, um ein Zusammentreffen der unterschiedlichen Gruppierungen zu verhindern.

Gegenproteste friedlich

Am Kahlenberg selbst hatte sich nur eine Handvoll Protestierender eingefunden. Bei der Gegenveranstaltung in Heiligenstadt waren hingegen weit mehr Personen vor Ort. Diese organisierten einen Protestzug zum Oskar-Morgenstern-Platz. Bis zum späteren Nachmittag seien alle Demonstrationen friedlich verlaufen, berichtete ein Polizeisprecher der APA. Auch die Identitären-Kundgebung habe sich zu diesem Zeitpunkt nach und nach aufgelöst, hieß es.

Menschen demonstrieren mit Bannern und Schildern, auf denen "Nazis raus" und "No Pasaran" steht.
Eine Gegendemonstration zur Versammlung der rechtsextremen Identitären in Wien. Menschen demonstrierten mit Bannern und Schildern, auf denen "Nazis raus" und "No Pasaran" steht. © APA/MAX SLOVENCIK

Auf dem Kahlenberg hatte auch die Führungsfigur der Identitären in Österreich, Martin Sellner, eine Rede gehalten. Vertreter der Rechtsextremen positionierten außerdem eine eigens mitgebrachte Skulptur des polnischen Königs Jan III. Sobieski, der für viele als "Befreier Wiens" gilt.

Vier Männer stellen eine Sobieski-Statue bei einer Versammlung im Freien auf.
Teilnehmer bringen eine Statue von Sobieski am Samstag im Rahmen einer Versammlung der rechtsextremen Identitären am Kahlenberg in Wien. © APA/MAX SLOVENCIK

Die Errichtung eines offiziellen Denkmals war von der Stadt Wien nach jahrelangen Kontroversen verhindert worden.

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